„Lommbock“ – „Lammbock“-Fortsetzung auf DVD und Blu-ray

1Die Angst bei Filmfreunden ist immer da: Wenn ein Film Erfolg hat, dann entsteht meist auch nicht all zu lange später eine Fortsetzung. Das ist natürlich grundsätzlich toll, weil man weitere Geschichten der ins Herz geschlossenen Charaktere zu sehen bekommt. In den häufigsten Fällen bleiben Sequels jedoch hinter den Erwartungen der Fans des ersten Teils zurück. Besonders gefährlich ist es, wenn er Ursprungsfilm bereits 15 Jahre her ist – und die Fan-Gemeinde eine sehr treue, eingeschweißte ist. „Lammbock“ war im Jahr 2001 eine Comedy-Überraschung, ein richtig runder Film, der zudem auch noch der allererste von Christian Zübert war. Die Kiffer-Komödie war mit Leuten wie Moritz Bleibtreu, Lucas Gregorowicz, Wotan Wilke Möhring, Antoine Monot Jr. und Alexandra Neldel bestens besetzt. Das Schöne am Sequel: Alle kehren in ihren Rollen zurück. Und das Allerallerbeste: „Lommbock“ macht genau so viel Spaß wie „Lammbock“! Die witzige und auch ziemlich bekloppte Fortsetzung ist ab dem 29. September 2017 auf DVD und Blu-ray zu kaufen.

Das geschah in Teil 1: Die Kult-Kiffer-Komödie „Lammbock“

2Stefan (Lucas Gregorowicz) scheint sich immer mehr von seinem besten Kumpel seit Kindertagen, Kai (Moritz Bleibtreu), zu entfremden. Das Studium ist ihm wichtiger als das sinnlose Gequassel seines Freundes. Blöd nur, dass beide aktuell ein gemeinsames Geschäft haben: Die Pizzeria „Lammbock“, die hauptsächlich aus Kunden besteht, die sich für die Pizzen selbst gar nicht so wirklich interessieren. Spannender sind da schon die „Beilagen“, die nämlich aus Marihuana und ähnlichen Substanzen bestehen. Clever, erfolgreich und schön versteckt von Stefan und Kai, die tief im Wald eine eigene Plantage haben. Doch schon bald liegt nicht nur die Freundschaft der beiden in Trümmern: Ein Undercover-Polizist schleicht sich bei den beiden ein und wird, nachdem alles auffliegt, fast gekillt.

3Zum Glück hat Stefans Papa gute Connections zur Polizei, weshalb den beiden der Knast erspart bleibt. Ein Jäger, der ebenfalls ungemütlich viel mitbekommt, wird kurzerhand als unglaubwürdiger Alkoholiker dargestellt. Darüber hinaus verguckt sich Kai ausgerechnet in Stefans Schwester, aber zum „Äußersten“ kommt es bei beiden nicht. Ganz im Gegenteil zu Stefan, der in einer durchsoffenen und durchkifften Nacht ausgerechnet zu seiner Schwester ins Bett steigt… „Lammbock“ endet damit, dass Stefan seine Abschlussprüfung schmeißt und sich mit Kai verträgt – natürlich bei einer leckeren Pizza und passenden „Beigaben“…

Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz in „Lommbock“

4Inzwischen sind 15 Jahre ins Land gezogen. Und alles hat sich verändert! Und doch irgendwie nichts… Stefan hat mittlerweile doch sein Studium abgeschlossen, aber das schnöde Würzburg verlassen. In Dubai arbeitet er jetzt am Aufbau einer Bar und hat dabei auch mit allerhand Kohle zu tun. Nun ja, eigentlich nicht mit seiner eigenen Kohle, sondern der des Vaters seiner Freundin (Melanie Winiger). Die hätte auch idealerweise die Hochzeit so schnell wie möglich unter Dach und Fach gebracht, aber dafür muss Stefan erst noch ein wichtiges Dokument besorgen – aus Würzburg! Bald schon sitzt er für einen Kurztrip im Flieger nach Deutschland, wo aber schon sein alter Kumpel Kai auf ihn wartet. Der hat in seinem Leben nur das Nötigste verändert: Statt Pizza gibt es nun Asia-Futter, aus dem „Lammbock“ wurde das „Lommbock“. Das Marihuana wird jedoch weiterhin vertickt, wenngleich inzwischen auch mehr auf die Qualität geachtet werden muss.

5Dazu hat Kai auch eine Freundin (Mavie Hörbiger), die einen Teenager-Sohn (Louis Hofmann) mit in die Beziehung gebracht hat. Und was sich ansonsten nicht geändert hat? Dass schon bald alles im Chaos versinkt. Und genau das ist es doch, was man von der Fortsetzung von „Lammbock“ erwartet hat. Wer Angst hatte, dass ein Sequel 15 Jahre später einfach nur schnell runtergekurbelt ist, qualitativ aber nix zu bieten hat, der kann beruhigt sein: „Lommbock“ macht mit seinem köstlichen Blödsinn genau da weiter, wo „Lammbock“ aufgehört hat. Hier wirkt nichts wie aufgewärmt, sondern frisch und mit der gleichen Freude präsentiert wie es schon beim ersten Teil der Fall war. Hier gibt es keine Abnutzungserscheinungen, sondern man erhält genau das, was man schon im Original gut fand – nur eben leicht variiert, damit es nicht langweilig wird.

6Und so ist ein wirklich kurzweiliger Spaß entstanden, der sich zusammen mit „Lammbock“ zu einem wunderbar witzigen Duo vereint. Das liegt natürlich nicht nur an der straffen, lückenlosen Inszenierung und dem herrlichen Drehbuch mit großartigen Dialogen (wenn Kai beispielsweise „auf Augenhöhe“ mit seinem Stiefsohn spricht). Das liegt natürlich auch daran, dass man neben Regisseur und Autor Christian Zübert („Hardcover“, „Hin und weg“) mit Bleibtreu, Gregorowicz, Alexandra Neldel, Wotan Wilke Möhring (als Tourette-Frank) und Antoine Monot Jr. (als Schöngeist) allerhand bekannte Gesichter auffährt, sondern mit einigen frischen Figuren auch noch mal etwas Pep in den Laden bringt. Abstriche machen muss man leider hinsichtlich des Bonusmaterials. Das besteht neben den obligatorischen Trailern und einem nur gut einminütigen Special zu den Blue-Screen-Effekten lediglich aus einem Making of. Das ist immerhin gut 25 Minuten lang, lässt alle wichtigen Personen vor und hinter der Kamera zu Wort kommen und beweist, wie viel Freude alle an der Produktion hatten.

Fazit

Wie ein Wiedersehen mit alten Freunden: Das Zweierteam macht genau so Spaß wie vor 15 Jahren – und nie wirkt irgendwas gezwungen witzig, sondern hat die nötige Frische, die aus einer Fortsetzung einen eigenständigen, sehr witzigen und sympathischen Film macht. SO muss ein Sequel sein!

Sterne-4,0

Filmangaben

Titel: Lommbock
Originaltitel: Lommbock
Genre: Komödie
Verleih: Wild Bunch Germany
Land, Jahr: Deutschland, 2017
Regie: Christian Zübert
Drehbuch: Christian Zübert
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Lucas Gregorowicz, Wotan Wilke Möhring, Louis Hofmann, Antoine Monot Jr., Alexandra Neldel, Melanie Winiger, Mavie Hörbiger, Kailas Mahadevan
Laufzeit: 106 Minuten (Blu-ray), 102 Minuten (DVD)
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Kaufstart: 29. September 2017

Quellen

Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Wild Bunch Germany

Advertisements

Veröffentlicht am 24. September 2017 in DVD & Blu-ray und mit , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: