„Sie nannten ihn Spencer“ – Tolle Bud-Spencer-Doku im Kino

1Der Filmfraß ist glücklich: Nie hätte er für möglich gehalten, dass er eines Tages im Kino sitzen wird, sich dort einen Film mit Bud Spencer ansieht – und seinen Namen im Abspann auf der Leinwand lesen kann. Das Crowdfunding-„Dankeschön“ machte es möglich! Die achtjährige Produktion eines Dokumentarfilms war eine Menge Arbeit für Regisseur Karl-Martin Pold und seine zahlreichen Helfer und Unterstützer. Als Crowdfunder (denn ohne Heu kann bekanntlich das beste Pferd nicht furzen) war es für mich fast schon Pflicht, den Dokumentarfilm über Buddy fünf Jahre nach der finanziellen Unterstützung in der Premiere im Kino zu sehen. Ein rundum gelungener Abend inklusive interessantem und sympathischem Q&A mit dem Regisseur – und einem Film, der Bud-Fans aus verschiedenen Gründen Tränen in die Augen trieb. Der Filmfraß war nicht der einzige an diesem Abend, der sich aufrichtig bei Pold für seinen tollen Film bedankte. Wer den Film sehen möchte, sollte sich beeilen: Zwar startet er offiziell am 27. Juli 2017 im Kino, ist aber nur in ausgewählten Vorstellungen zu sehen. Insgesamt weniger Vorführungen, als ein Spatz Fleisch an der Kniescheibe hat, aber diese dafür frisch wie die Frühlingsgöttin bei der Holzkohlenernte. Rein mit euch ins Kino, sonst wird euch mit ’nem Vorschlaghammer ’n Scheitel gezogen!

Der Filmfraß, Bud Spencer und das Crowdfunding

2

Bud Spencer bei der Signier-Tour 2011

Als junger Mann Jahrgang 1982 führte im Leben des Filmfraß natürlich kein Weg vorbei an den Filmen mit Bud Spencer und Terence Hill. Alle schon x-fach gesehen, aber immer wieder großartig. Die Sprüche, Bösewichte, Songs und Kloppereien – alles perfekte Unterhaltung, die auch heute noch Spaß macht. 2011 dann ein großer Moment für meine Wenigkeit: Buddy höchstselbst ging auf große Signier-Tour mit seiner ersten Biografie. Ich stand stundenlang in der Schlange und stand Bud nur wenige Sekunden gegenüber. Doch die Stunden haben sich gelohnt, denn auch sechs Jahre später denke ich noch voller Freude an diesen Moment, in dem ich die Präsenz dieser großartigen Persönlichkeit genießen durfte. Ein kurzer Augenkontakt, das flotte Schreiben des Vornamens „Bud“ in mein Buch, ein Nicken des großen Helden. Ein kurzer Augenblick für die Ewigkeit. Klar, dass ich ein Jahr später hellhörig wurde, als ich über die Info eines Dokumentarfilms über Spencer stolperte. Schnell war die Crowdfunding-Kampagne angesteuert, ebenso schnell auch (trotz damaliger äußerst knapper Kasse) unterstützt. Klar wollte ich eine Doku über den Dicken im Kino sehen! Es sollten fünf Jahre ins Land ziehen, bis ich endlich zu dieser Möglichkeit kam…

Karl-Martin Pold und seine Doku „Sie nannten ihn Spencer“

4

Bud Spencer (li.) & Terence Hill (re.) in „Zwei bärenstarke Typen“

Wir schreiben das Jahr 2017 – und eine achtjährige Schaffenszeit des Dokumentarfilms „Sie nannten ihn Spencer“ liegt hinter Regisseur Karl-Martin Pold. Der hatte Bud Spencer zum Gegenstand von zwei Diplomarbeiten gemacht, dazu einen Fake-Doku-Trailer inszeniert, der weltweit Aufsehen erregte. Wir Bud-Fans sind schließlich überall! Und so häuften sich die Fragen, warum es den Film denn nicht wirklich geben wird. Pold überlegte lange – und entschloss sich, das Ganze in die Tat umzusetzen. Einen Kinofilm über seinen großen Helden – und diesen vielleicht sogar persönlich treffen können!? Genial! Was folgte war viel, viel harte Arbeit von Pold selbst, aber auch zahlreichen Helferlein, die mit Geld sowie unentgeltlicher Arbeit unterstützten, wo sie nur konnten. Jeder wollte, dass dieser Film produziert und ins Kino gebracht wird.

3

Marcus Zölch (li.), Jorgo Papasoglou (re.)

Zwei wichtige Stützpfeiler dabei: Marcus Zölch und Jorgo Papasoglou. Die beiden sind ebenso eingefleischte Bud-Fans wie Pold – und waren hellauf begeistert, als Hauptdarsteller des Dokumentarfilms fungieren zu dürfen. Mehrere Jahre zogen ins Land, in denen immer mal wieder gedreht wurde. Eine fiktive Reise, die in Wirklichkeit aber vollkommen real war. Denn Zölch und Papasoglou, beide mit verschiedenen, harten Schicksalen, die ihnen das Leben in den Weg geworfen hat, machten sich trotz aller Inszenierung eben tatsächlich auf den Weg zum großen Bud. Tatsächlich trafen sie unterwegs zahlreiche Weggefährten Spencers, bekamen es unter anderem mit Ober-Bösewicht Riccardo Pizzuti genau so zu tun wie mit „Oliver Onions“-Musiker Guido De Angelis. Auch zahlreiche weitere spannende Menschen wie Regisseure, Drehbuch-Autoren und sogar Synchron-Papst Rainer Brandt kommen zu Wort.

5

Marcus Zölch (li.), Riccardo Pizzuti (re.)

Ebenfalls in Interview-Sequenzen dabei: Terence Hill, der kongeniale Partner Spencers. Und so begeben wir uns zusammen mit Marcus und Jorgo auf eine faszinierende und irre Reise – mit dem einen großen Ziel, Bud Spencer zu treffen. Wir erfahren viel über Spencer, sein Leben, seinen Charakter, seine Vorlieben und seine Karriere. Natürlich wissen eingefleischte Fans, dass der gebürtige Carlo Pedersoli in Italien ein Schwimmheld war, 8-facher Meister und 2-facher Olympia-Teilnehmer, lange bevor Plauze, Bart und Film in sein Leben traten. Doch auch für Hardcore-Fans gibt es viel zu erfahren, besonders die sehr persönlichen Erzählungen der Weggefährten sorgen für sehr witzige und erhellende Momente. Und wenn gerade nicht gelacht wird, dann treten andere Emotionen in den Vordergrund. Die eine oder andere Träne dürfte man immer mal wieder in den Augen haben, dazu ständig erinnert an die großartigen Zeiten, die man schon mit den Spencer/Hill-Filmen verbringen durfte.

6

Regisseur Karl-Martin Pold (li.), Der Filmfraß (re.)

Dabei hilft ungemein, dass Pold wahnsinnig wichtige Komponenten in den Film integriert hat: Wo andere Filmemacher vielleicht aus Kostengründen abgewinkt hätten, zog Pold es durch, die berühmten Filmmusiken („Flying Through the Air“ und viele weitere) sowie Originalszenen aus den beliebten Filmen des Duos einzukaufen. Ein toller Schachzug, denn was wäre eine Bud-Doku ohne die Songs und Sprüche? Es würde einiges fehlen – aber genau das ist bei „Sie nannten ihn Spencer“ nicht der Fall: Der Film ist von Anfang bis Ende eine wunderbare Achterbahnfahrt, die nicht nur, aber natürlich vor allen Dingen Bud-Nostalgiker über die Maßen glücklich macht. Am eigenen Leib durfte ich dies erfahren, doch auch die Reaktionen des restlichen Publikums war mehr als deutlich. Ich hatte das Glück, den Film bei einer Premiere zu sehen, zu der auch Pold selbst zugegen war und zahlreiche Fragen beantwortete. Hierbei zeigten sich die Zuschauer nicht einfach nur erfreut über den mehr als geglückten Film, sondern in der Tat wahnsinnig dankbar, dass „Sie nannten ihn Spencer“ überhaupt entstanden ist. Viele Besucher warteten nach der Fragerunde geduldig draußen, um sich noch einmal persönlich bei Pold zu bedanken, ihm die Hand zu schütteln. Auch ich war einer davon und konnte es mir nicht nehmen, ein gemeinsames Foto mit Pold zu schießen. Dem Mann, der eben einer von uns ist. Und einer wie Marcus und Jolgo. Und jeder andere, der mit Bud Spencer und Terence Hill aufgewachsen ist und die Filme bis in alle Ewigkeit verehren wird. So wie den Menschen Bud Spencer selbst, dem mit „Sie nannten ihn Spencer“ ein schönes Denkmal gesetzt wurde.

Fazit

Eine achtjährige Reise führte zu einem verdienten Denkmal. Ein Film, geschaffen von einem Fan, mit Fans in den Hauptrollen, in die Kinos gebracht für Fans. Der letzte Kinofilm mit dem 2016 verstorbenen Bud Spencer fasst den Menschen und den Künstler auf eindrucksvolle Weise zusammen – und sorgt für wohlige Gefühle. So wie es einst Bud und Terence mit ihren Filmen schafften…

Sterne-4,5

Filmangaben

Titel: Sie nannten ihn Spencer
Originaltitel: Sie nannten ihn Spencer
Land, Jahr: Deutschland, 2017
Genre: Dokumentarfilm / Komödie
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Regie: Karl-Martin Pold
Darsteller: Marcus Zölch, Jorgo Papasoglou, Bud Spencer, Terence Hill, Riccardo Pizzuti, Ottaviano Dell’Acqua, Mario Pilar, Salvatore Borghese
Laufzeit: 122 Minuten
Kinostart: 27. Juli 2017

Quellen

Offizielle Film-Website
Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Neue Visionen Filmverleih

Advertisements

Veröffentlicht am 26. Juli 2017 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: