„Manchester By the Sea“ – Casey Affleck in preiswürdigem Drama

1Den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einem Drama hat er bereits eingeheimst. Gut möglich, dass im Februar auch der Oscar folgt: Casey Affleck hat schon allerhand richtig große Leistungen abgeliefert, glänzte in „Interstellar“, „The Killer Inside Me“ oder auch in der „Ocean’s Eleven“-Reihe. Für seine Rolle in „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ spielte er sogar Brad Pitt an die Wand und erhielt zu Recht eine Oscar-Nominierung. Und dennoch kennen ihn viele eher als Ben Afflecks kleinen Bruder. Das wird sich spätestens durch „Manchester By the Sea“ ändern, denn hier liefert er die beste Leistung seiner bisherigen Karriere ab. Absolut nachvollziehbar, warum Affleck und der Film selbst gefeiert werden. Anschauen ist für Kinofans eigentlich Pflicht – möglich ist das ab dem 19. Januar 2017.

Casey Affleck in oscarreifer Performance

2Wenn man zwei Dinge über „Manchester By the Sea“ sagen sollte, dann könnten einem diese einfallen: Erstens ist es Casey Afflecks bisher eindrucksvollste Leistung, zweitens bleibt beim Zuschauer nur schwer ein Auge trocken. Denn das Drama ist ein Film, in dem man am liebsten nahezu jede der Figuren in den Arm nehmen möchte. Die meisten hier haben schlimme Dinge durchgemacht, haben Probleme mit sich, mit anderen und mit Gefühlen im Allgemeinen. Es beginnt mit Lee Chandler (Affleck), der als Hausmeister die meiste Zeit des Tages blöde angemacht oder ausgenutzt wird. Eines Tages bekommt er den Anruf, dass sein herzkranker Bruder Joe (Kyle Chandler, „The Wolf of Wall Street“) verstorben ist. Lee kehrt zurück in seine Heimat, die er unter tragischen Umständen verlassen hat.

MBTS_2354.CR2Und trifft dabei nicht nur auf seine Exfrau (Michelle Williams, „My Week With Marilyn“, „Brokeback Mountain“), sondern in erster Linie auch auf seinen Neffen Patrick (Lucas Hedges, „The Zero Theorem“, „Moonrise Kingdom“), um den er sich plötzlich kümmern muss. Eine emotionale Tour-de-Force für alle Beteiligten – und damit auch für den Zuschauer, für den die Wirkung des Films noch lange nachhallt. Das liegt größtenteils an den tollen Schauspielern, die hier alles aus sich herausholen, aber auch an der ans Herz gehenden Inszenierung und Erzählung, die immer mal wieder mit Rückblicken arbeitet und auch amüsante Momente einstreut, die angesichts der Tragik der Figuren auch bitter notwendig ist. Wer Drama mag, sollte den Film jedenfalls nicht verpassen.

Fazit

Ein tragischer, dramatischer Film, der den Zuschauer beschäftigt – intensiv inszeniert und erzählt, grandios gespielt. Ein Highlight des Kinojahres!

Sterne-4,0

Filmangaben

Titel: Manchester By the Sea
Originaltitel: Manchester By the Sea
Genre: Drama
Land, Jahr: USA, 2016
Verleih: Universal Pictures International Germany
Regie: Kenneth Lonergan
Drehbuch: Kenneth Lonergan
Darsteller: Casey Affleck, Ben O’Brien, Kyle Chandler, Gretchen Mol, Michelle Williams
Laufzeit: 138 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Kinostart: 19. Januar 2017

Quellen

Internet Movie Database
Universal Pictures International Germany

Szenenbilder

Claire Folger, Courtesy of Amazon Studios

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Veröffentlicht am 14. Januar 2017 in Kino und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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