„The Great Wall“ – Monster-Action mit Matt Damon im 3D-Kino

1Wer sie einmal gesehen hat, der ist begeistert: Die Chinesische Mauer ist eine der eindrucksvollsten Bauten der Menschheitsgeschichte. Über die tatsächliche Länge scheiden sich zwar die Experten, aber aus Laiensicht reicht ja eigentlich das Wissen aus, dass das gute Stück wirklich unfassbar lang ist. Als Schutzwälle begonnen, muss die Mauer auch im politisch umstrittenen „The Great Wall“ als solcher herhalten: Als gewaltiges Konstrukt, um unbesiegbar wirkende Monster abzuhalten. Helfen muss dabei Matt Damon. „The Great Wall“ von Regisseur Zhang Yimou („Hero“, „House of Flying Daggers“, „Der Fluch der goldenen Blume“) ist seit dem 12. Januar 2017 auch in 3D im Kino zu sehen.

Matt Damon wehrt in „The Great Wall“ Monster ab

The Great Wall„The Great Wall“ hatte einen denkbar schlechten Start, was zunächst einfach nur damit zu tun hatte, dass der Film als Anbiederungsversuch gegenüber China wirkte, dem Land, von dem Hollywood inzwischen spitz gekriegt hat, dass es finanziell ein immer spannenderer Markt wird. Dieser Markt soll jetzt mehr und mehr erschlossen werden – und dafür große, fette Einnahmen erzielende Blockbuster auf China zugeschnitten. Ein international anerkanntes Action-Zugpferd musste für diesen geplanten Kracher aber ebenfalls noch her, also entschied man sich für Oscar-Preisträger Matt Damon („Jason Bourne“, „Der Marsianer“) als treibende Kraft im Kampf gegen die Monster. Was nicht sonderlich gut ankam, weil die Chinesen ja ganz offenbar nicht ohne diesen Retter klarkommen konnte. An Kritik mangelt es also nicht hinsichtlich „The Great Wall“, was auch nicht dadurch abgeschwächt wird, dass die chinesischen Charaktere fast vollständig austauschbar wirken und es dem Zuschauer daher ziemlich egal ist, wie ihr Schicksal aussieht.

The Great WallDas gilt im Grunde aber auch für alle Figuren in diesem CGI-Getöse, das direkt zu Beginn schon keinen Hehl daraus macht, wer hier auf der finsteren Seite steht. Die (in der Tat hübsch gruselig gestalteten!) Monster bekommt man überraschend schnell zu Sicht in der Geschichte, in der Damon als William Garin sowie Pedro Pascal („Narcos“, „Game of Thrones“) als dessen Kumpel Pero von einem der fiesen Wesen angegriffen werden. Man befindet sich gerade auf dem Weg zur Chinesischen Mauer und erhofft sich dort Schwarzpulver, um endlich mal ein wenig mehr Vermögen anhäufen zu können. Dass William den abgetrennten Arm eines erlegten Monsters auftischen kann, sorgt für ein erstauntes Heer, das sich bereits auf den Angriff der Zähnefletscher vorbereitet. William scheint der Schlüssel zum Erfolg gegen die Biester zu sein, doch hat der eigentlich nicht sonderlich viel Lust darauf, sein Leben für Fremde zu riskieren. Ähnlich geht es auch Pero, der es gar nicht erwarten kann, die Mauer wieder zu verlassen – natürlich mit dem wertvollen Schwarzpulver.

4Nach und nach keimt in William aber der Gedanke, dass es vielleicht doch wichtigere Dinge gibt als den schnöden Mammon. Das kann man als schöne Botschaft sein, kann man aber hinsichtlich der viele Fragen aufwerfenden Handlungen aller Beteiligten auch gut und gerne sein lassen. Ohnehin besteht das größte Problem von „The Great Wall“ darin, dass er sich vielleicht zu wichig und zu seriös nimmt und ihm mehr politische Brisanz beigemessen wird, als man ihm gönnen sollte. Lässt man derlei Dinge nämlich außer Acht und schraubt dabei seine Erwartungen in die Richtung, dass man einfach einen netten Popcornfilm serviert bekommt, den man nach der Sichtung auch flott wieder vergisst, dann ist hier alles gut. Viele Effekte sind nämlich ganz hübsch ausgefallen, die Monster sind recht cool und alles in allem kann man durchaus Spaß haben – wenn man sich nicht zu viele Gedanken macht. Außerdem gibt es ja neben Damon und Pascal mit Willem Dafoe („John Wick“) und Andy Lau („The Warlords“) noch ein paar spannende Nebendarsteller zu betrachten. Dass nach etwa zwei Drittel des Films irgendwie alles Schlag auf Schlag passiert und wirkt, als sei hier in Windeseile die Schere angesetzt worden, irritiert dann aber doch ein wenig.

Fazit

Ein Film, der gerne so groß sein möchte wie die Chinesische Mauer, das aber zu keiner Zeit ist. Wer aber einen netten Popcornfilm ohne viel Sinn und Verstand erwartet, der wird bestens bedient und kann sich über knappe zwei Stunden Monster-Unterhaltung freuen.

Sterne-3,0

Filmangaben

Titel: The Great Wall
Originaltitel: The Great Wall
Verleih: Universal Pictures International Germany
Land, Jahr: China / USA, 2016
Genre: Action / Abenteuer / Fantasy
Regie: Yimou Zhang
Drehbuch: Carlo Bernard, Doug Miro, Tony Gilroy
Darsteller: Matt Damon, Pedro Pascal, Willem Dafoe, Tian Jing, Andy Lau, Eddie Peng, Numan Acar, Lu Han, Kenny Lin, Hanyu Zhang
Laufzeit: 103 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahre
Kinostart: 12. Januar 2017

Quellen

Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Universal Pictures International Germany

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Veröffentlicht am 12. Januar 2017 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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