„The Walt Disney Film Archives: The Animated Movies 1921-1968“

1Gibt es hier iiirgendwen, der keine Ahnung hat, was ein Disney-Film ist? Sicherlich nicht. Mit Disney sind wir alle irgendwie aufgewachsen, Disney begleitet uns ein Leben lang, ist immer irgendwie da – und wird mit Sicherheit auch dann noch da sein, wenn wir selbst schon nicht mehr sind. Die Disney-Filme sind zeitlos und begeistern alle Generationen, die mit ihnen in Kontakt kommen. Aus dem Hause Walt Disney gibt es inzwischen Filme aus allen möglichen Richtungen, doch eine Sparte hat sich für alle Zeiten den Stempel „Disney-Film“ augedrückt: Der Trickfilm. Früher Zeichentrick, heute häufiger Computer-Animation, aber immer mit einer ganz besonderen Aura. Die größte Zeit für die Disney-Trickfilme wird jetzt in einem gigantischen Werk aufgegriffen, besprochen und mit viel Liebe zum Detail inszeniert: Das Buch „The Walt Disney Film Archives: The Animated Movies 1921-1968“ aus dem Taschen Verlag führt uns zurück zu den Anfängen und den wichtigsten, aber auch weniger bekannten Familienfilmen der Schmiede – und ist dabei genauso zauberhaft wie die Filme selbst.

Die wichtigste und schönste Zeit der Disney-Filme in einem gigantischen Buch

2Walt Disney lebte von 1901 bis 1966, das vorliegende Buch beschäftigt sich also mit der kompletten Disney-Zeit unter der Ägide des Micky-Maus-Erfinders. Auf 624 Seiten führt uns das Buch in eine längst vergangene Zeit, die uns dennoch so nah ist, die so sehr mit unserer Kindheit, unserer Jugend, aber auch unserem Erwachsensein verknüpft ist; völlig egal, ob man aktuell 10, 20, 40 oder 70 Jahre alt ist. Das Vorwort des Buches stammt von John Lasseter, der seine Karriere bei Disney begann und später Pixar mit Filmen wie „Toy Story“ zu immensen Ehren verhalf. Die Einleitung von Daniel Kothenschulte, Hauptverantwortlicher für dieses Buch, hilft ebenfalls dabei, sich auf Zeitreise zu begeben. Diese ist anschließend in 31 Kapitel aufgeteilt, die sich primär mit den Disney-Filmen der besprochenen Ära, aber auch mit wichtigen Stationen wie dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen. Platz genug erhält jedes der Kapitel. Und so liest man zunächst über die frühen Disney-Anfänge mit den Kurzfilmen der „Laugh-O-grams“ in den 20er-Jahren, über den ersten abendfüllenden Disney-Film „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, über Klassiker wie „Pinocchio“ und „Dumbo“, über „Bambi“ und „Cinderella“, über „Alice im Wunderland“, „Peter Pan“ und „Dornröschen“ bis hin zu „Das Dschungelbuch“, mit dem der filmische Überblick endet.

3Die einzelnen Kapitel sind reich gefüllt mit allem, was wichtig ist, nämlich einerseits Illustrationen und andererseits Texten. Die Zusammenfassung des Inhalts, Informationen zu den Synchronsprechern und den Crew-Mitgliedern, das Filmplakat und Szenenbilder sind der Grundstock jedes Kapitels, der den Film erlebbar macht und es schafft, für ein wohliges Gefühl zu sorgen, für spannende (Kindheits-)Erinnerungen und bekannte Szenen direkt wieder ins Gedächtnis zurückruft. Wir sehen zudem eindrucksvolle, großformatige Zeichnungen, tolle Bilder aus einer fernen Zeit, von Walt Disney selbst, von frühen Disney-Filmvorführungen. Wir sehen Skizzen, Storyboards und überarbeitete Skriptseiten, bekommen Story Notes an die Hand geliefert, die aus Zitaten und Gesprächen vieler Beteiligter bestehen, von Walt Disney über Autoren bis hin zu Komponisten. Man kann sich kaum sattsehen an den Fotoaufnahmen, den Zeichnungen und Schnappschüssen. Und man kann sich kaum sattlesen. Der stolze Wälzer ist eben einerseits ein Bilderbuch und andererseits vollgestopft mit einer Wagenladung an Informationen, das das Ganze zu einem dicken Lexikon macht, mit dem man viel Zeit verbringen kann.

4Selbst wer die Filme schon unzählige Male gesehen hat, kann durch das Buch völlig neue Facetten entdecken, Hintergründe erfahren und weiterführende Erläuterungen erhalten, die den Filmen noch mehr Zauber schenken als ihnen ohnehin schon innewohnt. Obligatorische Schlusselemente wie ein Index runden ein Erlebnis ab, das man immer wieder haben kann, wenn man zum Buch greift. Genau hier ist die Beziehung zu den besprochenen Filmen besonders groß, kann man sich doch auch diese immer und immer wieder zu Gemüte führen. Und wer die englische Sprache, in der das Buch gehalten ist, nicht perfekt beherrscht, der bekommt zudem ein Heftchen dazu, das sämtliche Texte in deutscher Übersetzung enthält. Und weil der 624-Seiter in jeglicher Hinsicht wertvoll ist, wird er im praktischen, tragbaren Pappkarton geliefert, der aufgrund seines Aufdruckes auch für sich schon optisch Eindruck macht.

Fazit

Ein großes, dickes, schweres und wertvolles Werk, das sich mit der goldenen Blütezeit der Disney-Trickfilme beschäftigt – und ihnen dabei sehr ähnlich ist: Zeitlos, spannend, wunderschön, voll mit liebenswerten Details und mit einer ständigen Einladung zum Träumen und Wohlfühlen. Wer Disney-Filme liebt, kommt an diesem Mammut-Buch nicht vorbei! Und liebt die Filme anschließend noch ein Stück mehr als vorher schon… Der Filmfraß spricht eine klare Kaufpflicht aus.

Sterne-5,0

Bibliografische Angaben

Titel: The Walt Disney Film Archives: The Animated Movies 1921-1968
Verlag: Taschen
Seitenzahl: 624
Maße: 47,6 x 6,4 x 32,4 cm
ISBN: 978-3-8365-5289-9
Preis: 150,00 Euro
Erschienen: 28. September 2016

Hier erhältlich

Quelle

Taschen Verlag

Copyright Bilder

© 2016 Disney Enterprises, Inc.

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Veröffentlicht am 6. November 2016 in Bücher und mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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