„Die falsche Prinzessin“ mit Anna Falchi auf DVD

1Herbstzeit ist auch Märchenzeit! Zumindest machen die zu dieser Zeit besonders Spaß, wenn man sich auf der Couch einkuscheln kann, während draußen Regen und Wind regieren. Einige alte Fantasy-Klassiker schaffen es jetzt in den DVD-Handel. Beispielsweise „Die falsche Prinzessin“ aus dem Jahr 1997. Über dessen Qualitäten kann man auf jeden Fall vortrefflich streiten, aber im Zweiteiler ist im Grunde alles drin, was ein Märchen benötigt – und dazu mit unter anderem Anna Falchi, Mathieu Carrière, Thomas Kretschmann und Max von Sydow ein schicker Cast. „Die falsche Prinzessin“ von den Machern von „Prinzessin Fantaghirò“ ist ab dem 7. Oktober 2016 auf DVD zu kaufen, ebenso übrigens wie „Der Ring des Drachen“ (ebenfalls mit Falchi) und der kultigen Serie „Prinzessin Fantaghirò“.

Anna Falchi ist „Die falsche Prinzessin“ im Fantasy-Klassiker

2Ein wenig muss man sich schon zwingen, „Die falsche Prinzessin“ in der ganzen Länge von 180 Minuten durchzuschauen. Zu langatmig ist der Zweiteiler mitunter, zu altbacken die Erzählung, zu verworren oder unnötig die Wendungen, zu uninteressant und/oder uncharismatisch die Figuren, mit denen man sich deshalb nicht so recht identifizieren mag. Und doch hat das Ganze irgendwie auch einen putzigen Touch, ist besonders in der deutschen Synchronfassung (die einzige Tonvariante, die auf der Disc zu finden ist) eher unfreiwillig komisch, aber dadurch auch recht amüsant – insbesondere mit heutigen Augen. Worum es geht, ist eigentlich recht flott erzählt: Der König (Mathieu Carrière) eines Landes steht kurz vorm Abdanken, weil seine Frau (Jana Hubinská) schwer krank ist UND keine Möglichkeit hat, ihm ein Kind zu schenken.

3König Hamils letzte Möglichkeit ist der Zauberer Epos (Max von Sydow), denn ohne Nachkomme wird sein missratener, vom Volk zurecht ungeliebter Bruder Migal (Thomas Kretschmann) der neue König. Epos hätte zwar nicht eingegriffen, aber dessen Zauberlehrling Gamesh (Simone Ascani) nutzt die Gunst der Stunde, gibt sich als Epos aus und braut einen Trank, der dem Königspaar ein Kind ermöglicht. Epos ist erbost über das Eingreifen des Jungen und sorgt dafür, dass der neugeborene Prinz entführt wird. König Hamil bittet eine Dorfbewohnerin um Hilfe – und zieht schon bald deren Tochter Mirabella (Anna Falchi) als sein eigenes Kind auf, damit Migal nicht König werden kann. Epos und Gamesh starten einen Wettkampf, in dem es um den Königsthron und auch die Liebe geht, denn Mirabella steht schon bald zwischen zwei völlig unterschiedlichen Männern: dem Sohn einer Frau sowie dem eigentlichen Königssohn, den die Frau unter ihre Fittiche genommen hat…

4Klingt spannend? Ist es vom Grundprinzip her auch und eignet sich von seiner fantasievollen Geschichte natürlich perfekt für ein Märchen. Schade nur, dass trotz allerhand hübscher Bauten, feiner Darsteller und einer eigentlich pfiffigen Story die knapp 20 Jahre alte Produktion ständig an allen Ecken und Enden so sehr krankt wie die Königin zu Beginn des Zweiteilers. Viele Effekte tun ziemlich weh, die darstellerischen Leistungen wirken entweder völlig überdreht oder einschläfernd, was durch die teils haarsträubende Synchronisation noch verstärkt wird. Viele Handlungen der Charaktere sind zudem nur schwer nachvollziehbar und ärgern sogar häufig. Diese Handlungen sorgen dann auch dafür, dass von den Hauptfiguren eigentlich keine wirklich sympathisch erscheint – wer am Ende mit wem zusammenkommt, wird von Minute zu Minute egaler.

5Und diese Minuten ziehen sich irgendwann schon arg dahin, durch die zweite Hälfte muss man sich dann schon ein wenig kämpfen. Wer wirklich Lust auf Märchen hat, der bekommt aber dennoch genug geboten, auch wenn nie so wirklich klar wird, wer eigentlich angesprochen werden sollte: Einerseits hat Zauberer Epos mit einer Maus, einem Hund und einer Katze drei in menschenähnliche Wesen verwandelte Tiere als Sklaven bei sich, die man unmöglich ernst nehmen kann. Andererseits wirkt Hauptdarstellerin Anna Falchi auch wegen ihrer Kleidung in den meisten Szenen wie eine Akteurin aus speziellen Erwachsenenfilmen und darf nach einem Sturz in einen See auch einmal so deutlich zeigen, was sie zu bieten hat, dass sie wohl jeden Wet-T-Shirt-Contest locker gewinnen würde.

Fazit

Einige namhafte Darsteller, ein putzig-witziger Touch, hübsche Bauten, Kostüme und Settings sowie eine Prise unfreiwillige Komik retten den ansonsten unnötig überlangen Zweiteiler, der aufgrund verworrener Handlung und ähnlich verworrender Handlungen der Charaktere kaum Identifikationspunkte für den Zuschauer bietet.

Sterne-2,5

Filmangaben

Titel: Die falsche Prinzessin
Originaltitel: La principessa e il povero
Genre: Fantasy / Märchen
Land, Jahr: Italien / Deutschland, 1997
Verleih: Studio 100
Regie: Lamberto Bava
Drehbuch: Gianni Romoli
Darsteller: Anna Falchi, Lorenzo Crespi, Nicholas Rogers, Mathieu Carrière, Thomas Kretschmann, Jana Hubinská, Max von Sydow, Simone Ascano, Michaela Merten
Laufzeit: 180 Minuten
FSK-Freigabe: ab 6 Jahre
Kaufstart: 7. Oktober 2016

Quellen

Internet Movie Database
Glücksstern PR

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Veröffentlicht am 3. Oktober 2016 in DVD & Blu-ray und mit , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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