BollFlix: Uwe Boll mit eigenem Streaming-Portal

13873025_859358110861275_2962849903060987813_nStreaming-Portale sind aktuell beliebter denn je. Ob Amazon Prime, Netflix oder wie sie alle heißen: Wer sich heutzutage Filme und Serien anschaut, der wandert inzwischen in eine digitale Videothek. Einfach anklicken und angucken, günstig und schnell. Und ohne Wartezeiten, weil die digitalen Inhalte ja ständig abrufbar sind. Auf diesen Zug springt jetzt auch Uwe Boll auf. Der Regisseur hat mit „BollFlix“ ein eigenes Portal ins Leben gerufen, auf dem alle Boll-Filme zu sehen sein sollen. Der Start ist allerdings mehr als holprig und wirkt an vielen Stellen so schnell heruntergekurbelt wie die Filme von Boll, der mit „Rampage: President Down“ seinen angeblich letzten Film vor dem Regie-Ruhestand abgeliefert hat.

Uwe Boll: Runter vom Regiestuhl, rein ins Restaurant

Dass Uwe Boll aneckt, wäre viel zu milde ausgedrückt. Seine Fans verehren seine Filme, alle anderen (die Mehrheit) hat sogar das „Boll-Bashing“ ins Leben gerufen, das gnadenlose Draufhauen auf den Regisseur, den sie für den schlechtesten der Welt halten. Macht Boll aber nix, schließlich teilt er selbst auch ordentlich aus. Was ihm aber was macht – und zwar finanziell – das ist die Tatsache, dass seine Filme inzwischen nur noch Kosten verursachen, aber nichts mehr einspielen. Die Finanzierungssysteme haben sich gewaltig geändert – als Filmemacher, der sein eigenes Ding dreht, ohne sich Studiozwängen zu unterwerfen, hat man es schwer. Grund genug den 1965 geborenen für Boll, nach 24 Jahren (!) auf dem Regiestuhl diesen endgültig zu verlassen. Aktuell befindet er sich mit seinem angeblich letzten Film „Rampage: President Down“, dem bereits dritten Teil der vor allen Dingen politkritischen Reihe, auf Abschiedstour durch die Kinos der Republik. Und dann? Dann macht sich der Regisseur von so illustren Filmen wie „Schwerter des Königs“, „BloodRayne“, „Assault on Wall Street“, „Blubberella“, „Auschwitz“, „Max Schmeling“, „Far Cry“, „Darfur“, „Postal“ und „Alone in the Dark“ auf zu neuen Ufern. Die befinden sich in Vancouver, wo Boll inzwischen ein eigenes Restaurant hat.

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BollFlix – die Kinderschuhe drücken noch sehr

Und was bleibt den Fans? Denen wird jetzt „BollFlix“ spendiert, das Boll-eigene Streaming-Portal, auf dem alle seine Filme zu sehen sein sollen. Wie genau, das wurde im Vorfeld nicht sonderlich klar, der Start des Portals dann auch mehrfach verschoben, weil noch nicht alles so fertig war, wie es sein sollte. Endlich dann der Start in der Nacht vom 31. August auf den 1. September 2016! Naja, zumindest theoretisch. Denn was sich dann bot, war im Grunde nur die Plattform als solches, einige Informationen zu Boll-Filmen, zu seinen liebsten Darstellern und natürlich auch zu Boll selbst. Die aber merkwürdigerweise längst nicht aktuell (seine Filmografie reicht nur bis 2013!?). Sei es drum, geht ja auch primär um die Filme, die man sich dort angucken kann. Doch auch das haut leider noch nicht hin: Auf dem Portal wird darauf hingewiesen, dass erst einmal nur ein geringer Teil der Boll-Filme zu sehen ist, andere gäbt es aufgrund von Rechteschwierigkeiten später. Fraglich natürlich, warum man diese nicht erst einmal ausräumen konnte – dass die Rechte keine geringe Rolle spielen, war ja eigentlich klar… Nun gut, dann also starten mit einem kleinen Aufgebot an Filmen? Auch Fehlanzeige… Aktuell kann man sich nicht einmal registrieren, was für das Anschauen der Filme zwingend notwendig ist. Also darf man weiter warten. Wie lange, das wird nicht klar. Und was das Ganze dann kosten wird, das erfährt man ebenfalls nicht. Ein schlechter Start also für ein großes Unterfangen, das daher ein wenig so wirkt wie die meisten Boll-Filme: Auf die Schnelle produziert – ohne Rücksicht auf Perfektion. Schade! Aber vielleicht entwickelt BollFlix ja doch noch zu einer großen Nummer. Der Filmfraß bleibt dran!

Quelle

BollFlix

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Veröffentlicht am 2. September 2016 in DVD & Blu-ray und mit , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Also ich versteh das nicht ganz: Eine Online-Videothek, in der es nur Filme von Uwe Boll gibt? Die hat man doch nach wenigen Wochen durch, selbst wenn man sich viel Zeit lässt. Warum sollte ich danach denn noch monatlich 5€ oder mehr zahlen?

    • Über das Finanzsystem des Portals konnte ich bisher nichts lesen. Ich gehe nicht von einer monatlichen Pauschale aus, sondern davon, dass man die Filme alle einzeln leiht oder kauft. Ohne Grundgebühr. Boll hat inzwischen aber auch durchblicken lassen, dass es noch mehr außer seinen Regie-Arbeiten geben könnte. Hat ja beispielsweise auch einiges produziert und „präsentiert“. Die Zeit wird es zeigen. 🙂

    • Genau das frage ich mich auch die ganze Zeit. Aber vielleicht ist es eine einmalige Pauschale oder man bezahlt für jeden Film pro Sehen *schauder*

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