„Väter und Töchter – Ein ganzes Leben“ mit Russell Crowe im Kino

1 - FilmplakatMit „Sieben Leben“ und „Das Streben nach Glück“ hat der italienische Regisseur und Autor Gabriele Muccino gezeigt, wie er die Herzen des Zuschauers berühren und einen gewaltigen Kloß im Hals verursachen kann. Die Hauptrolle hat in „Väter und Töchter“ jetzt nicht Will Smith, sondern Russell Crowe, der dafür Unterstützung erhält von einem 1a-Cast: Amanda Seyfried, Aaron Paul, Diane Kruger, Quvenzhané Wallis, Bruce Greenwood, Janet McTeer, Jane Fonda und Octavia Spencer gehören zur beeindruckenden Besetzung des Dramas, in dem Crowe als Witwer mit dem von ihm verschuldeten Unfalltod seiner Frau klarkommen muss. Der im Jahr 1989 spielende Film ist ab dem 30. Juni 2016 im Kino zu sehen.

Eindrucksvolles Star-Aufgebot in zu forciert traurigem Drama

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Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist furchtbar. Schlimmer noch ist es, wenn dies ganz plötzlich durch einen schrecklichen Unfall passiert. Keine Möglichkeit zum Abschied, einfach aus dem Leben gerissen. Für Jake Davis (Russell Crowe) ist die Sache jedoch noch ein Stück gravierender: Der Bestseller-Autor saß selbst am Steuer des Wagens, das auf der Straße mit einem anderen Wagen kollidierte. Folge war der Tod seiner Frau – die Schuld daran sucht Jake ausschließlich bei sich. Er ist unkonzentriert, hat Albträume und Zitteranfälle. Das trifft auch seine kleine Tochter Katie (Kylie Rogers), um die er sich nicht mehr so kümmern kann wie er es eigentlich will. Besonders ihretwegen begibt er sich für sieben Monate in eine Klinik, in der er den Kopf endlich wieder freibekommen soll. Katie lebt in dieser Zeit bei ihrem Onkel (Bruce Greenwood) und ihrer Tante (Diane Kruger), die sich zwar nicht gerade gut um sie kümmern, Katies Vater aber das Sorgerecht streitig machen wollen.

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Ein Blick in die Zukunft führt uns 25 Jahre weiter: Katie (Amanda Seyfried) hat inzwischen ein eigenes Leben als Psychologin und Sozialarbeiterin gestartet und kämpft sehr darum, dem Waisenmädchen Lucy (Quvenzhané Wallis) auch nur ein einziges Wort zu entlocken – die ist nämlich stumm seit dem Tod ihrer Eltern. Und nebenbei vögelt sich Katie durch allerhand fremde Betten (oder eher öffentliche Toiletten und Autos!). Ihr unkonstantes Leben scheint ein wenig Ordnung zu bekommen, als sie den jungen Autoren Cameron (Aaron Paul) kennenlernt. Und über all dem schwebt das sehr persönliche Buch „Väter und Töchter“ von Katies Vater, der das als Liebesbeweis für seine Tochter schrieb und damit einen Hit landete. Katie jedoch kann sich genauso wenig von ihrer zerrütteten Kindheit befreien wie ihr Vater von seinen eigenen Problemen. Und im Grunde geht es in „Väter und Töchter“ um exakt dies, nämlich die Folgen eines traumatischen Ereignisses und Verlustes. Wie tief können psychische Wunden sein, wie kaputt eine Seele?

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Das geht durchaus ans Herz, das regt auch zum Nachdenken an und kann über den Film hinaus beschäftigen. Das ist auf der anderen Seite jedoch auch sehr gefühlsduselig erzählt, auf eine Weise, die manchmal viel zu sehr mit dem Emotions-Holzhammer daherkommt. Wenn Russell Crowe als Jake zum gefühlt zwanzigsten Mal mit seinen Anfällen zu kämpfen hat und Amanda Seyfried in fast jeder Szene mental zerstört aus der Wäsche guckt, dann ist das einfach ein wenig zu viel des Versuchs, wirklich zu berühren. Dennoch muss man den exquisiten Darstellern, zu denen auch Aaron Paul, Diane Kruger, Quvenzhané Wallis, Bruce Greenwood, Janet McTeer, Jane Fonda und Octavia Spencer zählen, zugute halten, dass sie die ihnen auferlegten Rollen wirklich sehr gut ausfüllen. So sehr an die Nieren wie „Sieben Leben“ oder „Das Streben nach Glück“ geht das neue Werk von Regisseur Gabriele Muccino aber leider nicht.

Fazit

Hier soll mit zu viel Krampf versucht werden, Tränen beim Zuschauer hervorzurufen. Das kann – auch aufgrund der guten darstellerischen Leistungen – durchaus funktionieren, doch die emotionalen Momente nutzen sich schon allein wegen der üppigen Wiederholungen deutlich zu stark ab. Das ist man vom Regisseur deutlich besser gewohnt und ist hinsichtlich des 1a-Casts dann sogar ein Stück weit enttäuschend.

Sterne-2,5

Filmangaben

Titel: Väter und Töchter – Ein ganzes Leben
Originaltitel: Fathers and Daughters
Genre: Drama
Land, Jahr: USA / Italien, 2015
Verleih: Spot On Distribution
Regie: Gabriele Muccino
Drehbuch: Brad Desch
Darsteller: Russell Crowe, Amanda Seyfried, Aaron Paul, Diane Kruger, Quvenzhané Wallis, Bruce Greenwood, Janet McTeer, Jane Fonda, Octavia Spencer
Laufzeit: 116 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Kinostart: 30. Juni 2016

Quellen

Offizielle Film-Website
Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Spot On Distribution

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Veröffentlicht am 29. Juni 2016 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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