„The Neon Demon“ von Nicolas Windung Refn im Kino

Sans titre - 5Mit der „Pusher“-Trilogie hat sich Regisseur Nicolas Winding Refn zum Kult-Filmemacher gemacht, mit „Drive“ begeisterte er Zuschauer und Kritiker. Nach seinem ästhetischen, aber storytechnisch verschwurbelten „Only God Forgives“ lässt er jetzt „The Neon Demon“ auf die Kino-Menschheit los – und schafft einen optisch wundervollen Langweiler. Der Film, der im Wettbewerb von Cannes zu finden war, befasst sich mit Elle Fanning als 16-jährigem Model in L.A., das durch die enorme Präsenz nicht nur den Erfolg anzieht, sondern auch den Neid der Konkurrentinnen. „The Neon Demon“ ist ab dem 23. Juni 2016 im Kino zu sehen.

Elle Fanning schafft sich als 16-jähriges Model Feinde

2Die hübsche, zarte und schüchterne Jesse (Elle Fanning, „Ginger & Rosa“, „Twixt“) ist zum ersten Mal weit weg von zu Hause. Und ganz alleine im großen, wilden Los Angeles. Mit ihren 16 Jahren versucht sie, eine große Model-Karriere zu starten, was ihr wegen der eindrucksvollen Präsenz auch sehr leicht zu gelingen scheint. Schnell hat sie die Köpfe wichtiger Designer und Agenturen verdreht und bootet bei ihren ersten Jobs direkt die deutlich erfahreneren Gigi (Bella Heathcote, „Stolz und Vorurteil & Zombies“, „Dark Shadows“) und Sarah (Abbey Lee, „Gods of Egypt“, „Mad Max: Fury Road“) aus. Das sorgt für Spannungen unter den jungen Frauen, die nur von Make-Up-Designerin Ruby (Jena Malone, „Die Tribute von Panem“-Reihe) im Zaum gehalten werden können. Ruby ist befreundet mit Gigi und Sarah, findet aber ebenfalls Gefallen an der jungen Jesse, die sie nach und nach in das schwierige Model-Leben einführt. Bis die Anspannung irgendwann doch zu zerreißen droht. Das ist es dann auch schon hinsichtlich der Handlung von „The Neon Demon“.
3Gut, das ist natürlich kein Qualitätsurteil. Es sind schon Filme mit deutlich weniger Handlung erfolgreich und großartig geworden. Und wenn als Regisseur und Autor dann auch noch Nicolas Winding Refn am Steuer sitzt, kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Der gilt ja schon längst als Kult-Filmemacher, hat er doch so furiose Werke wie die „Pusher“-Trilogie (1996-2005 mit Mads Mikkelsen), „Bronson“ (2008 mit Tom Hardy) und besonders „Drive“ (2011 mit Ryan Gosling) geschaffen. Doch mit seinem bisher letzten Werk, „Only God Forgives“ (2013), hat sich Refn nicht nur Freunde gemacht. Eine fraglos geniale Optik wurde vermischt mit einer verschnörkelten Story, aus der viele Zuschauer nicht ganz schlau wurden. Schöner Schein, hieß es vielerorts. Und während der Filmfraß an „Only God Forgives“ durchaus Gefallen gefunden hat, wäre er bei „The Neon Demon“ fast eingepennt. Der Film nämlich hat außer seiner ästhetischen Bilder nämlich eigentlich wirklich rein gar nichts zu bieten.
4OK, die Darstellerinnen machen ihre Sache gut, auch Nebendarsteller wie Christina Hendricks („Mad Men“, „Drive“) als Agenturchefin, Alessandro Nivola („American Hustle“) als Fashion-Designer und Keanu Reeves („John Wick“, „Knock Knock“) als ekliger Motel-Manager wissen bestens zu überzeugen. Doch das hilft alles nichts, wenn die eigentliche Geschichte derart schleppend vorangetrieben wird, dass man das Gefühl hat, einen Kurzfilm auf Spielfilmlänge aufgeblasen serviert zu bekommen. Ständig werden Szenen fast schon schmerzhaft in die Länge gezogen. Da kann man kurz mal ein Nickerchen machen – wenn man wieder aufwacht, läuft die Szene, bei der man eingeratzt ist, wahrscheinlich immer noch. Die wenigen wirklich guten Momente, die außerhalb der tollen Optik zu finden sind, reichen beileibe nicht aus, um einen unterhaltsamen Film zu schaffen. Das kann Refn eindeutig besser, wie er häufig bewiesen hat.

Fazit

Optisch hervorragend und eindrucksvoll, nett hinsichtlich der darstellerischen Leistungen und ein Totalausfall hinsichtlich aller anderen Aspekte. Respekt an jeden, der dabei nicht schlafend aus dem Kinosessel kippt.

Sterne-2,5

Filmangaben

Titel: The Neon Demon
Originaltitel: The Neon Demon
Genre: Thriller / Horror
Land, Jahr: Frankreich / USA / Dänemark, 2016
Verleih: Koch Media (24 Bilder)
Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Nicolas Winding Refn, Mary Laws, Polly Stenham
Darsteller: Elle Fanning, Jena Malone, Abbey Lee, Bella Heathcote, Christina Hendricks, Keanu Reeves, Alessandro Nivola
Laufzeit: 117 Minuten
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren
Kinostart: 23. Juni 2016

Quellen

Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Koch Media
24 Bilder

Advertisements

Veröffentlicht am 22. Juni 2016 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: