„The Hateful 8“ auf DVD, Blu-ray und im Steelbook

1 - Blu-ray-SteelbookDer Schnee ist Ende Mai in Deutschland nicht mehr vorzufinden, aber das ändert nichts daran, dass „The Hateful 8“ auch jetzt noch perfekt funktioniert. Und zwar für alle, die keine Probleme haben mit dialoglastigen Filmen, die länger als zweieinhalb Stunden dauern. Erschaffer des Werkes „The Hateful 8“ ist Quentin Tarantino, der mit seinem achten Film ein großes Kinoereignis liefert, das jetzt für den Heimkinomarkt erhältlich ist. Gespickt mit zahlreichen großartigen Darstellern, die meisten keine Neulinge unter Tarantino, entspinnt sich ein Drama mit viel Humor, sofern man sich darauf einlässt. „The Hateful 8“ ist ab dem 30. Mai 2016 auf DVD, Blu-ray sowie im limiterten Steelbook erhältlich.

Quentin Tarantino schickt seine Stars in die Winterhütte

2Leicht hatte es „The Hateful 8“ nicht, das Licht der Welt zu erblicken. Das Drehbuch war fertig, geriet dann irgendwie an die Öffentlichkeit und ins Internet – und Autor Quentin Tarantino bockte. Wollte nicht mehr Regisseur des Films sein. Einige Zeit ging ins Land, bis es zumindest eine Lesung in Los Angeles gab, mit einigen Darstellern, die im Film die Rollen verkörpern sollten. Die Resonanz des Publikums war enorm, weshalb Tarantino schließlich doch noch einknickte, das Drehbuch ein wenig umschrieb und den Film letztlich inszenierte. Und zwar direkt in zwei Fassungen für die Kinos, der regulären, digitalen sowie einer längeren, analogen im eigentlich tot geglaubten 70 mm für ausgewählte Lichtspielhäuser. In Deutschland kamen lediglich vier Kinos in den Genuss dieser Variante, die man für’s Heimkino leider (noch?) vermisst. Stattdessen schafft es am 30. Mai 2016 nun die reguläre Kinofassung in die Läden und ist auf DVD, Blu-ray sowie im Blu-ray-Steelbook zu kaufen. Erleben kann man hier ein Theater-Kammerspiel, das vom dreifach Oscar-prämierten Kameramann Robert Richardson („Hugo Cabret“, „Aviator“, „JFK“) auf optisch äußerst imposante Weise eingefangen wurde. Untermalt von der Musik des glorreichen Ennio Morricone („Zwei glorreiche Halunken“, „Spiel mir das Lied vom Tod“), der hierfür seinen allerersten Oscar erhielt (von einer Trophäe fürs Lebenswerk mal abgesehen), können sich die wenigen Darsteller, die zu sehen sind, so richtig austoben in den einmal mehr genialen Tarantino-Dialogen.

3Den Anfang macht Samuel L. Jackson als Major Marquis Warren. Dessen Pferd verreckt im elendigen Winter mitten in der Einöde. Er hat allerdings nicht nur sich selbst zu schleppen, sondern auch noch zwei Leichen, die er gegen Geld in der nächsten Stadt abgeben will. Unterschlupf sucht er nun in einer Hütte auf dem Weg, denn der aufkommende Sturm macht eine lange Weiterfahrt in die Stadt unmöglich. Dorthin kommt er jedoch nur mit Hilfe der Kutsche, die ihn passiert. Kutscher O.B. (James Parks) will mit seinen Insassen ebenfalls zur Hütte. John Ruth (Kurt Russell) hat diese gebucht, um die Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) gegen Bezahlung hängen zu sehen. Die beiden Kopfgeldjäger machen einen Deal, sodass Warren mitfahren kann, doch schon bald steht mit dem angeblichen Sheriff Chris Mannix (Walton Goggins) der nächste Fremde auf dem Weg. Auch hier einigt man sich irgendwann, bis man in „Minnie’s Haberdashery“landet – und dort auf Bob (Demiá Bichir), Oswaldo Mobray (Tim Roth), Joe Gage (Michael Madsen) und General Sandy Smithers (Bruce Dern) trifft. So richtig trauen kann man hier niemandem. Ein ungünstiger Umstand, denn man hat hier einige Tage auf engstem Raum miteinander zu verbringen, um nicht draußen im mörderischen Wetter den Tod zu finden. Doch wer hat hier welche Absichten? Das gilt es, herauszufinden.

4Für alle in der Hütte, aber auch für den Zuschauer, der große Freude haben kann an der sich langsam aufdröselnden Story. Vorausgesetzt, man gibt sich ihr hin, genießt die Dialoge Tarantinos, findet Freude an den eindrucksvollen Darstellungen der Schauspieler, von denen am Ende dann doch nur Jennifer Jason Leigh für einen Oscar nominiert wurde (neben Kameramann Richardson und Score-Schaffer Morricone, der als einziger den Academy Award gewann). Verdient hätten es ohne Frage auch weitere der Darsteller, die sich besonders im Originalton wunderbare Diskussionen liefern, die teilweise so absurd-köstlich sind, dass man gar nicht merkt, dass der Film über 160 Minuten lang geht. Sagen zumindest die einen, zu denen sich auch der Filmfraß zählt. Die anderen halten „The Hateful 8“ für einen aufgeblähten, überlangen Murks. Wessen Meinung man sich hier nun anschließt, ist wie immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Der Filmfraß jedoch war von dem Film mehr als nur hingerissen und findet, dass sich „The Hateful 8“ perfekt einreiht in die bisherige Filmografie Tarantinos, der mit seinem offiziell achten Film (nach „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“, „Jackie Brown“, „Kill Bill“, „Death Proof – Todsicher“, „Inglourious Basterds“, „Django Unchained“) erneut ein kleines Kunstwerk abliefert, dem man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.

5Wichtig ist dabei aber, dass man nicht zu müde oder schlecht gelaunt ist, sonst könnte der Film in der Tat zu anstrengend werden. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass es nicht die letzte Veröffentlichung des Filmes ist. Denn was zum Geier ist mit dem Bonusmaterial passiert!? Die DVD geht komplett leer aus, auf Blu-ray sind immerhin zwei Featurettes („Beyond the 8: Ein Blick hinter die Kulissen“, „Der Zauber von 70 mm“) von insgesamt 15 Minuten Länge zu finden. Das kann im Grunde nur ein schlechter Scherz sein, wenn man sich die faszinierende Entstehung, die Durchführung und sämtliche Hintergründe vor Augen führt, die den Film begleitet haben. Da scheint es fast logisch, dass hier eigentlich eine Menge an Extras vorzufinden sein müsste. Da das aber nicht der Fall ist, geht der Filmfraß mal davon aus, dass man schon bald wieder zur Kasse gebeten wird, wenn man sich eine besser ausgestattete zukünftige Veröffentlichung holen möchte.

Fazit

Mehr als zweieinhalb Stunden langes Western-Kammerspiel, das von den Dialogen und den großartigen Darstellern lebt. Langsam entfaltet sich die im Theater-Format erzählte Geschichte, doch wer sich dem Film hingibt, wird stark belohnt.

Sterne-4,5

Filmangaben

Titel: The Hateful 8
Originaltitel: The Hateful 8
Land, Jahr: USA, 2015
Genre: Drama / Western
Verleih: Universum Film
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Darsteller: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins, Demián Bichir, Tim Roth, Michael Madsen, Bruce Dern, James Parks, Dana Gourrier, Zoë Bell, Lee Horsley, Gene Jones, Channing Tatum
Laufzeit: 167 Minuten (Blu-ray), 161 Minuten (DVD)
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren
Kaufstart: 30. Mai 2016

Quellen

Offizielle Film-Website
Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Universum Film

Advertisements

Veröffentlicht am 28. Mai 2016 in DVD & Blu-ray und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: