„Zirkus des Horrors“ zu Gast in Hamburg – Ein Bericht vom Filmfraß

zdh1Im Zirkus war ich als Kind etliche Male. Und Horrorfilme schaue ich seit langer Zeit auch schon so viele, dass es zum Fließband-Schauen geworden ist. Was aber, wenn Zirkus und Horror kombiniert werden? Die Veranstaltung, die der Filmfraß nun besuchen durfte, hat gezeigt, dass das Resultat ganz, ganz groß werden kann! Aktuell tourt der Zirkus durch Deutschland, ist noch bis einschließlich 5. Juni in Hamburg, es folgen Bremen, Dortmund und Köln.

Am Freitag, den 13. betrat der Filmfraß eine andere Welt

zdh4Um die Info, dass der „Zirkus des Horrors“ in Hamburg gastiert, kam man in Hamburg nicht herum. Überall Plakate und Flyer, die darauf hinwiesen. Und da diese eine interessante Show vermuten ließen, hat sich der Filmfraß noch mal schlau gemacht – und war vom auf der Website zu findenden Trailer ebenfalls sehr angetan. Klar: Die Show sollte – auch aufgrund der recht niedrigen Eintrittspreise – besucht werden. Und welcher Tag bot sich besser an als Freitag, der 13.? Keiner natürlich, also wurde flugs hierfür ein Ticket gebucht. Ein netter Abend sollte es werden, mit einigen trashig-spaßigen Einlagen. Hingehen, angucken und danach ziemlich flott wieder vergessen. Doch weit gefehlt! Stattdessen bot sich mir eine Veranstaltung, die von vorne bis hinten, von Anfang bis Ende zu einem richtig großen Ereignis werden sollte, das sich in Hirn und Herz einbrannte. Doch der Reihe nach: Am Einlass des von außen wie ein ganz gewöhnliches Zirkuszelt aussehenden Veranstaltungsortes wurde man bereits von hübsch gruselig gekleideten und sich ebenso benehmenden Damen begrüßt. Bzw. eher mit dem Hinweis bedacht, dass man sich gefälligst sputen soll, seinen Hintern ins Zelt zu bewegen. In kleinen Gruppen wurde man hinein geführt – und ab da ging der Spaß bereits los. Hier soll allerdings nicht zu viel verraten werden, denn all die spannenden Eindrücke soll man sich doch bitte selbst zu Gemüte führen. Ich beschränke mich daher jetzt auf einige grundsätzliche Dinge, ohne euch den Spaß zu versauen. Eindrucksvoll war jedenfalls bereits das Foyer, in das man geführt wurde. Hatte ich hier erwartet, dass es einfach nur ein paar Futterstände und ähnliches gibt, hatte man sich bereits hier allerhand Mühe gegeben. Tolle Dekorationen, eine abgesperrte Ecke, die wie das Wohnzimmer der Hauptfigur Nosferatu aussah und Mitarbeiter in verschiedensten Horror-Outfits ließen direkt die richtige Stimmung aufkommen. Skelette hingen von der Decke, Spinnweben und altertümliche Einrichtungsgegenstände machten Lust auf all das, was folgen sollte. Im Foyer hielt man sich zunächst aber auch deshalb gerne auf, weil alle Mitarbeiter sehr freundlich und zuvorkommend waren – und die Damen im Übrigen auch noch unverschämt gut aussahen und sexy gekleidet waren ;).

zdh5Da man aber ja nicht will, dass man zu spät in den eigentlichen Zuschauerraum tritt, habe auch ich mich dann zehn Minuten vor Beginn der Show auf zum Sitzplatz gemacht. Hier erwies es sich schon mal als gut, dass ich einen Platz in einer „Gruft“ direkt an der Bühne hatte, denn für den regulären Zuschauerraum gab es freie Platzwahl. Das war besonders deshalb gut, weil mich so ein Mitarbeiter zu meinem Platz führte – für mich als nachtblinden Menschen gar nicht so verkehrt im düsteren Raum :D. Die Minuten vor der Show wurden dann auch noch nett aufgepeppt – auch hier hülle ich jedoch wieder den Mantel des Schweigens über das Geschehen ;). Die eigentliche Show war dann eine Reihe richtig toller Acts, die man in den meisten Fällen schon so oder so ähnlich irgendwie mal gesehen hat. Aber eben noch nie in diesem Horror-Kontext, noch nie mit derart viel Liebe zum Detail, mit so viel Hingabe der Darsteller und Artisten sowie so einer begeisterten Anspannung im Publikum. Fasziniert war ich, dass ich nur wenige Zentimeter vom Geschehen entfernt saß. Ich konnte Feuer riechen, die Schweißperlen auf den Stirnen sehen, fühlte mich selbst als Opfer des dargebotenen Body-Horrors und war zu jeder Zeit mitten im Geschehen dabei, befand mich quasi selbst auf den riesigen Rhonrädern, auf der Streckbank und in luftiger Höhe. Eine Frau verbog sich wie eine Schlange, es wurde jongliert, Feuer geschluckt und ohne Absicherung in Schwindel erregender Höhe balanciert. Sehr oft hatte ich Angst um die Artisten, bangte mit ihnen bei spektakulären Aktionen, klatschte und johlte so begeistert, wie es sonst eher selten bei mir geschieht. Doch das ganze Team hat es geschafft, dass man sich in der Tat fühlte wie in einer anderen Welt. Schnell konnte man feststellen, dass die Mitarbeiter, die einem soeben noch Popcorn, Pommes und Cola verkauft hatten, ebenfalls als Artisten, Tänzer und dergleichen in die Show integriert waren. Die aufgeputschte Atmosphäre lag auch an den beiden Entertainern, die direkt zum Publikum sprachen, nämlich Hauptfigur Nosferatu (mit wunderbarer Maske! Oder war es am Ende gar keine!?) und Clown Maleficus, die auch einige aus dem Publikum direkt integrierten, was das Ganze immer wieder auflockerte, bis es dann spannend und gefährlich weiterging. Die Standing Ovation, die im Anschluss an die 150 Minuten Faszination (inkl. 20 Minuten Pause) folgte, war hochverdient und zog sich vollkommen zu Recht lange hin. Jedem einzelnen Mitarbeiter wollte man die Hand schütteln, zur Leistung gratulieren und dafür danken.

zdh3Und tatsächlich hatte man die Möglichkeit dazu direkt im Anschluss, denn alle Künstler huschten nach der Show sofort ins Foyer und verteilten sich dort. So konnte man kurz mit allen sprechen, sie standen für Fotos und Autogramme zur Verfügung und freuten sich sichtlich über den positiven Zuspruch. Ich ließ es mir dann auch nicht nehmen, mich noch einmal zusammen im jetzt nicht mehr abgesperrten „Wohnzimmer“ zusammen mit Nosferatu ablichten zu lassen. Und konnte aus nächster Nähe überprüfen, wie sehr Outfit, Stimme und alles drum herum eben nur Verkleidung sind. Und was musste ich feststellen? Ich konnte die Maske nicht als Maske erkennen, die dunkle, sonore Stimme von Nosferatu durchfuhr mich und mir wurde endgültig klar: Das hier ist kein billiges Kasperletheater – das ist in der Tat der „Zirkus des Horrors“. Eine Welt für sich, mit so viel Herzblut (auch im wahrsten Sinne des Wortes) und so viel Liebe geschaffen, dass es nur so eine Freude ist. Es dauerte nicht lange, bis Tickets reserviert wurden für einen zweiten Besuch…

Quellen

Zirkus des Horrors – Offizielle Website

 

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Veröffentlicht am 15. Mai 2016 in Uncategorized und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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