„Hardcore“ – First-Person-Actioner im Kino

1 - HardcoreHat hier jemand die „Insane Office Escape“-Musikvideos von „Biting Elbows“ gesehen? Wenn nicht, einfach mal bei Youtube danach suchen. Der Macher des zweiten Videos, „Bad Motherfucker“, hat jetzt jedenfalls seinen ersten Langfilm inszeniert, der auf ähnliche Weise entstanden ist wie die Kurzfilmchen: Ilya Naishuller inszenierte „Hardcore“ als First-Person-Film, der Zuschauer übernimmt also die direkte Sicht des Protagonisten. Und die ist voll gepackt mit haarsträubender Action und Verrücktheiten. Ein Adrenalin-Kick, der einen ganz schön schwindelig machen kann. „Hardcore“ ist ab dem 14. April 2016 im Kino zu sehen.

„Hardcore“ wirft den Zuschauer mitten hinein ins Geschehen

2Filme, in denen aus der Perspektive der Hauptfigur gefilmt wurde, gab es natürlich schon einige. Dem Filmfraß blieb hier in den letzten Jahren besonders „Alexandre Aja’s Maniac“ mit Elijah Wood als Killer in Erinnerung. Was jedoch, wenn dieses aus First-Person-Sicht Gefilmte kein ruhiger Thriller ist, sondern ein fulminanter Actioner mit überbordenden Szenen? Mit allerhand Kämpfen, Gewalt, Verfolgungsjagden und vielem mehr, das sowieso schon das Adrenalin in die Höhe treibt? Dann wird’s auf jeden Fall richtig kribbelig für den Zuschauer, wird er doch mitten hinein geworfen in den Krawall. Und der eskaliert zwischendurch völlig, wenn wir uns quasi im Körper von Henry befinden. Der wacht auf einer Art OP-Tisch in irgendeinem Labor auf. Über ihm eine schöne Frau (Haley Bennett, „The Equalizer“, „Mitten ins Herz“, „Molly Hartley“), die ihm gut zuspricht. Sie sagt, dass er schon bald wieder auf den Beinen sei, mit allerhand übermenschlicher Möglichkeiten.
3Im „Crank“-Stil funktioniert sein Herz jedoch wie eine Batterie, er muss ständig aufgeladen werden. Darüber hinaus ist sein Sprachmodul noch nicht fertig. Dafür hat er künstliche Gliedmaßen, die eindrucksvoll kräftig und robust sind. Diese Gliedmaßen benötigt Henry auch, denn schon bald befindet er sich sowohl auf der Flucht als auch auf der Jagd. Im Mittelpunkt der folgenden, völlig abgefahrenen anderthalb Stunden lernen wir neben der bereits in Erscheinung getretenen Estelle noch den finsteren Bösewicht Akan (Danila Kozlovsky, „Vampire Academy“) sowie den irren Jimmy (Sharlto Copley, „Oldboy“, „Das A-Team“, „District 9“) kennen. Letzterem kommt als einziger Helfer von Henry eine ganz besondere Rolle im Film zu, in der sich Copley herrlich wandelbar zeigen darf. Viel mehr kann und muss man gar nicht über den Film sagen. Außer, dass er in der Tat ziemlich durchgeknallt ist, mit vielen absurd-köstlichen Szenen, viel Brutalität, satter Action (Produzent war u.a. Timur Bekmambetov, „Wanted“) und allerhand Momenten, in denen man sich fragt, wie zum Geier das eigentlich gedreht wurde.
4Da freut man sich vorab schon mal auf ein etwaiges Making-of in der Heimkino-Veröffentlichung. Erzählt wird die Geschichte zudem nahezu in Echtzeit, was mit geschickten Schnitten bestens inszeniert wurde. Manchmal ist die First-Person-Perspektive aber auch unheimlich anstrengend und kann einem den Schädel ganz schön durcheinander wirbeln. Wer nicht an schnelle Szenen und Wackelkameras gewöhnt ist, kann hier durchaus Probleme bekommen.

Fazit

Ziemlich abgefahrener First-Person-Actioner, der kaum Luft zum Atmen lässt, mit durchgedrehten Szenen und Charakteren aufwartet und allein von der Machart her schon mal eine Sichtung wert ist. Wer nicht weiß, ob der Film gefallen könnte, sollte bei Youtube mal nach den „Biting Elbows“-Videos „Insane Office Escape“ Ausschau halten. Dann kann man sich auch den Trailer zu „Hardcore“ sparen und ist am Ende komplett geflasht. Gefallen einem die o.g. Musikvideos, gefällt einem auch „Hardcore“.

Sterne-3,5

Filmangaben

Titel: Hardcore
Originaltitel: Hardcore Henry
Genre: Action / Abenteuer / Science-Fiction
Land, Jahr: Russland / USA, 2015
Verleih: Capelight / Wild Bunch
Regie: Ilya Naishuller
Drehbuch: Ilya Naishuller, Will Stewart (zusätzl. Material)
Darsteller: Sharlto Copley, Danila Kozlovsky, Haley Bennett, Tim Roth, Andrei Dementiev, Sveta Ustinova, Darya Charusha, Oleg Poddubnyy, Will Stewart, Ilya Naishuller, Martin J. Cooke
Laufzeit: 90 Minuten
FSK-Freigabe: ab 18 Jahren
Kinostart: 14. April 2016

Quellen

Internet Movie Database
Offizielle Facebook-Seite
Capelight

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Veröffentlicht am 10. April 2016 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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