„Batman v Superman: Dawn of Justice“ in 3D und 2D im Kino

BvS_Mainart_A3_5C.inddDa ist es endlich, das heiß erwartete Aufeinandertreffen der beiden Comic-Ikonen! Klar, in gedruckter Form gab es schon allerhand Duelle der beiden, aber jetzt prallen Superman und Batman erstmals auf der großen Kinoleinwand aufeinander! Eine epische Schlacht, inszeniert von Zack Snyder („Watchmen“, „Dawn of the Dead“, „Sucker Punch“, „Man of Steel“), mit Ben Affleck und Henry Cavill in den Hauptrollen. Mit dabei zahlreiche weitere Stars und Comicfiguren. „Batman v Superman: Dawn of Justice“ ist ab dem 24. März 2016 – auch in 3D – im Kino zu sehen, ließ den Filmfraß aber leider erstaunlich kalt.

DC hetzt mit „Batman v Superman“ zur Justice League – und übernimmt sich dabei

Batman V. Superman: Dawn Of JusticeUm es gleich vorweg zu nehmen: „Batman v Superman: Dawn of Justice“ ist nicht so geworden, wie er hätte werden können. Oder sollen. Oder sogar müssen. Seit vielen Jahrzehnten sind die beiden Titelhelden Ikonen der Popkultur, hatten riesige Hits im Kino. Die große Schlacht der beiden hätte richtig aufgezogen ein höchst eindrucksvolles Spektakel werden müssen. Doch dann kam Marvel mit seinem unfassbar erfolgreichen Marvel Cinematic Universe. DC hatte das Nachsehen im Kampf der Comic-Giganten. Der Hauptgrund für den Erfolg der Marvel-Filme: Der Aufbau war hervorragend, jede Figur bekam ihre eigene Vorstellung und Entwicklung, ehe alles zum „Avengers“-Blockbuster zusammen gefügt wurde. Dass Captain America und Iron Man nun im April als Gegner aufeinander prallen, ergibt Sinn und hat eine jahrelange Konstruktion hinter sich. „Batman v Superman: Dawn of Justice“ will jetzt ähnliches schaffen wie Marvel, jedoch in kürzerer Zeit. Schon für 2017 ist die erste Hälfe von „Justice League“ geplant, quasi dem DC-Pendant zu Marvels Avengers. Dass das viel zu früh kommt, hat man schon lange geahnt. Mit dem aktuellen Kinohit wird es jetzt jedoch Gewissheit.
Batman V. Superman: Dawn Of JusticeOffiziell ist „Batman v Superman“ der zweite Teil von „Man of Steel“ und erzählt die Geschichte um Clark Kent alias Superman weiter, der am Ende des ersten Teils bekanntlich Metropolis in Schutt und Asche legte. „Batman v Superman“ zeigt nun, wie Bruce Wayne alias Batman direkt von diesen Geschehnissen beeinflusst wird – und sich entscheidet, dass Superman wieder gehen muss. Viel mehr muss auch gar nicht zum Film gesagt werden, um zu erkennen, dass es ein richtig bedeutsamer hätte werden können. Wenn der zeitliche Aufbau da gewesen wäre. So erleben wir einen Batman, wie wir ihn bisher noch gar nicht kannten, nämlich ein etwas in die Jahre gekommener Ben Affleck, der seine Sache aber definitiv so gut macht, wie es der Filmfraß und viele, die über das typische Affleck-Bashing hinaus ihren Grips einschalten und sich bisherige Werke von Affleck angeschaut haben, erhofft hatten. Es liegt also nicht am zweifachen Oscargewinner („Good Will Hunting“ als Autor, „Argo“ als Produzent), dass einen „Batman v Superman“ so überraschend kalt lässt. Auch nicht an Henry Cavill („Codename Uncle“), der seinen Superman als Figur darstellt, die Gutes tun will, dabei aber nicht bemerkt, wie viel Negatives durch sein Eingreifen auch wiederum entsteht.
temp-03714.dngAuch die weiteren Darsteller und Figuren sind keineswegs Schuld am belanglosen Popcorn-Geplänkel – nicht Gal Gadot („Fast & Furious 4-7“) als Wonder Woman, nicht Jesse Eisenberg („The Social Network“) als Lex Luthor, nicht Amy Adams („American Hustle“) als Lois Lane oder Jeremy Irons („Die Borgias“) in einer völlig anderen Variante von Butler Alfred, als wir es in der „Dark Knight“-Trilogie von Michael Caine gesehen haben. Doch „Batman v Superman“ ist eher ein Flickenteppich als ein Film, eher eine Ansammlung von Szenen und Figuren als eine mitreißende Geschichte. Viel zu hastig entwickeln sich viele Dinge, viel zu wenig vorgestellt wird insbesondere Wonder Woman. Hier wäre ein kleiner Cameo-Auftritt sicher besser gewesen, als sie ohne eigenen Film zuvor jetzt mitten in die Geschichte zu integrieren, in der sie aber viel zu kurz kommt. Und auch Lex Luthor wäre eigentlich nicht notwendig gewesen. Denn: Ein Aufeinandertreffen zwischen Batman und Superman!? Du meine Güte, das hätte alleine gereicht für einen tollen Blockbuster! Zum Glück haben sich Regisseur Zack Snyder („Man of Steel“, „Sucker Punch“, „Watchmen“, „300“, „Dawn of the Dead“) und seine Leute dagegen entschieden, so viele Figuren einzusetzen, wie es ursprünglich geplant war.
sam_r4_v11c3_151002_17mj_g_r709f.359395.tifEin paar erhalten eine kleine Erwähnung, aber eigentlich wollte man den Film sogar noch viel überladener gestalten, als es ohnehin schon der Fall ist. Selbst die paar eingeschobenen Figuren wirken unnötig und hätten sich weitaus besser in einer Abspannszene gemacht (die es übrigens nicht gibt). So wirken auch die paar zusätzlichen Charaktere schon wie Fremdkörper in einem ziemlich seelenlosen Film. Ob die für’s Heimkino geplante Drei-Stunden-Fassung das Ganze verbessern kann, ist fraglich. Dabei ist „Batman v Superman“ nun für sich gesehen kein komplett schlechter Film, aber eben nur simple Popcorn-Unterhaltung zum Vergessen. Ganz schlecht für eine als Meilenstein gedachte Comicverfilmung, die so richtig heiß machen soll auf die „Justice League“. Ganz klar: DC wollte zu viel in zu kurzer Zeit – und übernimmt sich beim Versuch, dem gigantischen Marvel Cinematic Universe Paroli zu bieten.

Fazit

Irgendwo zwischen Spektakel und Debakel angesiedelter Comicfilm, der bei richtigem Aufbau viel mehr Möglichkeiten gehabt hätte. So lässt einen „Batman v Superman“ viel zu sehr kalt, um heiß auf die „Justice League“ zu machen. Sehr schade um den großen Superhelden-Kampf, aber als simples Popcornkino funktioniert das Ganze immerhin gut.

Sterne-3,0

Filmangaben

Titel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Originaltitel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Genre: Action / Abenteuer / Fantasy
Verleih: Warner Bros.
Land, Jahr: USA, 2016
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Chris Terrio, David S. Goyer
Darsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Diane Lane, Laurence Fishburne, Jeremy Irons, Holly Hunter, Gal Gadot, Scoot McNairy, Callan Mulvey, Tao Okamoto, Brandon Spink, Lauren Cohan, Alan D. Purwin, Michael Shannon
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Laufzeit: 152 Minuten
Kinostart: 24. März 2016

Quellen

Internet Movie Database
Warner Bros.

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Veröffentlicht am 23. März 2016 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Schön zu sehen, dass jemand den Film nicht gleich für den düsteren Ton und die Charaktere in der Luft zerreißt. Das Problem hier ist ganz klar dieser All-you-can-eat-Plot, an dem damals schon der dritte X-Men-Streifen zugrunde gegangen ist. Tolle Rezension! 🙂

    • Genau das ist das Problem. Ich mochte die Charaktere, ich mag die Darsteller, ich mochte den düsteren Ton (hey, es ist DC, nicht Kunterbunt-Marvel! ;)).
      Tatsächlich habe ich den Film einen Tag später ein weiteres Mal gesichtet und fand ihn da besser als beim ersten Mal. Ich kannte die Szenen, ich wusste, was mich erwartet – und so konnte ich mich auf viel mehr einlassen, was mir der Film bei der Erstsichtung nicht ermöglichen wollte.Viele Szenen wirkten so für mich deutlich intensiver. Möglich, dass die 30 Minuten längere Fassung für den Heimkinomarkt das Ganze etwas entzerrt und dadurch „bekömmlicher“ macht!?

      • Bin da ganz deiner Meinung. Nach ein paar Tagen Meditation darüber bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass Ben Affleck mein Lieblings-Kino-Batman ist – und der versprochene Kampf selbst ist eine verdammt gute Action-Szene. Wenn der Extended Cut dem Ganzen ein wenig Luft zum Atmen gibt, könnte es ein echt guter Film sein.

      • Es sei denn, der Extended Cut ist noch weiter voll gestopft mit Dingen, die bisher nicht im Film waren. Noch mehr Charaktere etc….

  1. Pingback: Kritik: Batman v Superman – Dawn of Justice | filmexe

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