„Love“ – 3D-Sex-Drama auf DVD, Blu-ray und im Mediabook

1 - LoveBeim Namen Gaspar Noé schrillen bei Filmkennern die Alarmglocken. Bei einigen aus Freude, bei anderen aus Unverständnis oder sogar Abscheu seinen Produktionen gegenüber. Der 1963 geborene Argentinier weiß mit seinen Regie-Arbeiten problemlos zu spalten. Kontrovers waren „Menschenfeind“ (1998), „Irreversibel“ (2002) und „Enter the Void“ (2009). Und kontrovers ist auch sein vierter Film ausgefallen. „Love“ mit integrierten Hardcore-Sex-Szenen ist ab dem 29. Januar 2016 auf DVD, Blu-ray, 3D-Blu-ray und für Sammler im Mediabook erhältlich.

Auch der vierte Film von Gaspar Noé ist kontrovers

2Ob man die Filme von Gaspar Noé nun mag oder nicht – eines ist klar: Sie bleiben im Gedächtnis. Hat man einmal einen kompletten Film des Argentiniers gesehen oder zumindest eine der vielen besonderen Szenen, bekommt man sie nicht mehr aus dem Kopf. Bildgewaltig sind viele Momente, wunderschön einige, heftig und krass andere. Wer beispielsweise „Irreversibel“ zu Gesicht bekommen hat, wird die Vergewaltigungsszene von Monica Bellucci oder das Zertrümmern eines Schädels mittels eines Feuerlöschers niemals vergessen. Und so hat sich Noé auch für seinen vierten Film vorgenommen, die Zuschauer auf ganz besondere Weise zu bewegen. Sein Mittel ist diesmal nicht die Gewalt, sondern klar zu erkennender Hardcore-Sex. Wer also Probleme damit hat, sich fremde Geschlechtsorgane zu Gemüte zu führen, ist hier nicht ganz richtig aufgehoben. „Love“ beginnt bereits direkt mit zwei Nackten beim Liebesspiel, die sich gegenseitig an den Genitalien herum spielen. Wir lernen Murphy (Karl Glusman) und Elektra (Aomi Muyock) kennen, die alles ausprobieren, was ihnen in sexueller Hinsicht in den Sinn kommt.
3Doch das Glück ist nicht mehr aktuell – wir sehen die Vergangenheit, in der noch alles in Ordnung war zwischen den beiden. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen, Elektra samt Kind weg – und doch spukt sie aktueller mehr denn je im Kopf von Murphy herum. Was uns in der Folge präsentiert wird: Sex, Partys, Drogen, grelle Musik und Lichter. Und die Schwierigkeiten, die eine innige Liebe samt all ihrer Leidenschaft aufwerfen kann. Berührt einen nur die meiste Zeit über nicht, weil man schlecht Mitgefühl mit dem unangenehmen Murphy hat. Wer einen Erotikfilm erwartet, wird allerdings enttäuscht – die eingestreuten Sexszenen sind durchaus Teil der Erzählung und nicht einfach nur Mittel zum Zweck. Wer ein Liebesdrama erwartet, wird jedoch aufgrund der Erzählungsart auch nicht wirklich glücklich sein. Noé wollte einmal mehr einen Film schaffen, der seine Handschrift trägt. Zumindest das ist ihm geglückt.

Fazit

Definitiv kein Film für jedermann. Unnahbar, verschachtelt und innerhalb der Handlung immer wieder durch lange Sexszenen regelrecht vom Kurs abgebracht. Kein leichter Film, aber trotz Hardcore-Sex der vielleicht am Wenigsten provozierende von Noé. Und aufgrund der unliebsamen männlichen Hauptfigur und der spürbaren Überlänge sein vielleicht langweiligster.

Sterne-2,5

Filmangaben

Titel: Love
Originaltitel: Love
Genre: Drama / Romanze
Land, Jahr: Frankreich / Belgien, 2015
Verleih: Alamode Film
Regie: Gaspar Noé
Drehbuch: Gaspar Noé
Darsteller: Aomi Muyock, Karl Glusman, Klara Kristin, Ugo Fox, Juan Saavedra, Gaspar Noé, Isabelle Nicou
Laufzeit: 135 Minuten
FSK-Freigabe: ab 18 Jahren
Kaufstart: 29. Januar 2016

Quellen

Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Alamode Film

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Veröffentlicht am 27. Januar 2016 in DVD & Blu-ray und mit , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Kann man den Film mit Nymphomaniac vergleichen? Oder mit welcher Erwartungshaltung sollte man an den Film heran gehen?

    • Für mich ist ein Vergleich nur hinsichtlich der vorhandenen Hardcore-Sexszenen möglich. Ansonsten hat mich „Nymphomaniac“ deutlich mehr begeistert, ich hatte deutlich mehr Interesse an den Charakteren und der Geschichte als solcher. „Love“ wirkt irgendwie „grell“ und man muss auf jeden Fall die Stilmittel von Noé mögen, um mit dem Film etwas anfangen zu können.

    • Sind auf jeden Fall krasse Dinger, die der gute Mann da so dreht. „Irreversibel“ kriegt man nie wieder aus dem Kopf…

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