„Die 5. Welle“ mit Chloë Grace Moretz im Kino

1 - Die 5. WelleWenn der Presse eine Sperrfrist bis kurz vor Filmstart auferlegt wird, hat das in den meisten Fällen nichts Gutes zu bedeuten. Bezüglich „Die 5. Welle“ trifft dies auch mal wieder zu, denn zwar ist die Teenie-Apokalypse-Thriller-Romanze nicht grundsätzlich schlecht, aber insgesamt doch sehr belanglos. Mit Chloë Grace Moretz in der Hauptrolle startet „Die 5. Welle“, die Filmadaption des Buches von Rick Yancey, am 14. Januar 2016 in den deutschen Kinos. Einen wirklichen Abschluss gibt es aber nicht – Teil 2 der Reihe tauchte letztes Jahr auch bereits in Buchform auf.

Wenn „Independence Day“ plötzlich zur Teenie-Romanze wird

2So recht konnte man sich wohl nicht entscheiden, an wen sich „Die 5. Welle“ richten soll. Es beginnt alles ein Stück weit wie eine Mischung aus „The Walking Dead“ und „Independence Day“. „The Walking Dead“ deshalb, weil die junge Cassie Sullivan (Chloë Grace Moretz, „Dark Places“, „The Equalizer“) in einer verlassenen Gegend erst durch die Wälder marschiert und dann in einen geplünderten Laden, um dort die letzten Essensreste zusammen zu sammeln und anschließend jemanden zu erschießen, von dem man zunächst nicht sicher sein kann, ob er Freund ist oder von irgendwas besessener Feind. Und „Independence Day“ deshalb, weil wir erfahren, dass Cassie vor nicht all zu langer Zeit ein ganz normaler Teenie war, bis sich ein riesiges Alien-Raumschiff über der Stadt nieder ließ und dort die Leute verunsicherte. Doch es kam noch schlimmer: Verschiedene Wellen von Angriffen starteten die Aliens, darunter eine üppige Flutwelle, die Teil von einer Serie an netten Spezialeffekten ist. Und dann? Geht es irgendwie in eine völlig andere Richtung. Zwar erfahren wir 3zunächst noch, dass sich Cassie mit ihrer Familie aufmacht in ein Flüchtlingslager, aber dann trennt die Navy alle Überlebenden in Erwachsene und Kinder/Teenager auf. Cassie wird von beiden Gruppen getrennt und bahn sich den Weg durch den Wald zum Navy-Stützpunkt, um zu ihrem kleinen Bruder zu kommen. Und währenddessen: Gibt es allerhand Romantik mit einem jungen Mann, der seine Familie verloren hat. Und Geschmachte. Inklusive Begaffen des jungen Mannes, wie er nackt im See badet. Und plötzlich wird klar, dass wir uns nur zum Teil in einem Science-Fiction-Thriller befinden, zum großen Teil aber eben in einem Teeniefilm mit all seinen Klischees und genretypischen Situationen. Und natürlich ist auch im Navy-Camp noch ein weiterer junger Mann, den Cassie nicht ganz unspannend findet. Wären da nur nicht immer wieder doch Einschübe für eine gänzlich andere Zielgruppe, darunter den fiesen Navy-Obermotz Colonel Vosch (Liev Schreiber, „Ray Donovan“) und Anleihen an „Die Tribute von Panem“, „Battle Royale“ und „Die Körperfresser kommen“ inklusive Kinder- und Teeniesoldaten (darunter Maika Monroe aus „It Follows“, „The Guest“). Wohin der Film also will, wird 4nicht so ganz klar – und bleibt auch bis zum Ende schwammig, denn eine wirkliche Auflösung der Geschehnisse gibt es nicht. Der Grund: „Die 5. Welle“ basiert auf dem ersten Buch einer Reihe, die in Buchform bereits einen zweiten Teil erfahren hat, den man ganz offensichtlich auch verfilmen möchte. Doch ob man das nach diesem ersten Teil unbedingt sehen will, ist fraglich. Zu belanglos ist das Ganze, zu sehr wie Genre-Stückwerk wirkt der Film. Da wusste der Vorgänger von Regisseur J Blakeson, „Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“ deutlich besser darüber Bescheid, was er eigentlich wollte.

Fazit

Belangloser Genre-Mix, der nicht so recht weiß, wo er hin will, am Ende aber primär der typische Teenie-Film bleibt, wenngleich auch mit ein paar ganz netten Rahmenbedingungen.

Sterne-2,5

Filmangaben

Titel: Die 5. Welle
Originaltitel: The 5th Wave
Genre: Abenteuer / Science-Fiction / Thriller
Land, Jahr: USA, 2016
Verleih: Sony Pictures
Regie: J Blakeson
Drehbuch: Susannah Grant, Akiva Goldsman, Jeff Pinkner
Buchvorlage: Rick Yancey
Darsteller: Chloë Grace Moretz, Maika Monroe, Liev Schreiber, Nick Robinson, Maria Bello, Maggie Siff, McKaley Miller, Ron Livingston, Tony Revolori
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Laufzeit: 113 Minuten
Kinostart: 14. Januar 2016

Quellen

Offizielle Film-Website
Internet Movie Database
Sony Pictures

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Veröffentlicht am 13. Januar 2016 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Ich hatte so etwas nach dem Trailer schon befürchtet. Schöne Rezension. Viele Grüße Ivonne, http://www.cinemagisch.com

  2. Wir schauen uns den Film heute Abend an. Ich bin gespannt…habe aber sowas schon befürchtet 😉

  3. Kann ich grundsätzlich unterschreiben. Allerdings bin ich noch zu einem etwas schlechteren Fazit gekommen. https://magofilmtipps.wordpress.com/2016/01/16/filmkritik-die-fuenfte-welle/

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