„Knock Knock“ von Eli Roth mit Keanu Reeves im Kino

1 - Knock Knock„Klopf, klopf.“ – „Wer ist da?“ Ein typisches, kleines Spaßspielchen, das keinem weh tut. Anders ergeht es Keanu Reeves in „Knock Knock“. Bei ihm klopfen eines Abends zwei hübsche, junge Frauen an – und sein Leben verändert sich schlagartig. Regisseur, Autor und Produzent des Ganzen ist Eli Roth, der mit „Cabin Fever“ und „Hostel 1+2“ bereits zeigte, dass er ein Hang zum Quälen von Menschen hat. Der jedoch überraschend gorelose „Knock Knock“ (ein Remake des 1977er „Tödliche Spiele“) läuft ab dem 10. Dezember 2015 im Kino.

Macht bloß niemandem die Tür auf! Besonders nicht hübschen Frauen!

2Doch fangen wir doch ganz vorne an: Wir lernen Evan Webber (Keanu Reeves, „John Wick“) kennen. Der wohnt schön abgeschieden mit seiner Frau (Ignacia Allamand, „Volver a Amar“) und seinen zwei Kindern (Dan und Megan Baily) in einem hübschen, großen, teuren Anwesen. Er ist Architekt, sie Künstlerin. Beide sind sehr erfolgreich in ihrem Beruf, weshalb sie sich auch viel zu selten sehen. Und vor allen Dingen viel zu selten Zeit haben für bestimmte eheliche Pflichten. Aktuell lässt man Evan alleine zu Hause, Frau und Kinder machen einen Ausflug, während er liegen gebliebene Arbeit aufholen kann. Eine kurze Unterbrechung gibt es allerdings, als es an der Tür klopft. Zwei hübsche, junge Frauen stehen vor dem Haus, in knappen, sexy Klamotten und nass geregnet bis auf die Knochen. Sie stellen sich als Genesis (Eli Roths Ehefrau Lorenza Izzo, „The Green Inferno“, 3„Aftershock“) und Bel (Ana de Armas, „El interado“) vor und wissen genau, welche Knöpfe sie bei Evan drücken müssen, um sich für ihn höchst interessant und sympathisch zu machen. Genesis und Bel nähern sich Evan immer mehr an. Der zunächst sehr reservierte und naive Familienvater stattet sie sogar mit Handtüchern aus und trocknet ihre Wäsche, damit sie nicht völlig demoliert aussehend bei der Party ankommen, zu der sie angeblich wollen. Ein Fahrdienst wird von Evan schnell bestellt, um die beiden zu ihrem Wunschort zu bringen. Der wird aber leider verpasst, weil sich Evan kaum gegen das erwehren kann, was ihn im Badezimmer erwartet: Genesis und Bel stehen nackt unter der heißen Dusche und haben eine Menge Spaß. So viel Spaß, dass sie Evan daran teilhaben lassen. Und man fragt sich, warum Evan denn um Gottes Willen nicht eine Runde „Fünf gegen 4Willi“ eingelegt hat. Dann wäre es vielleicht eiserner gewesen, als sich beide derart an ihn ran schmeißen, dass er keinen anderen Weg sieht, als mit beiden in die Kiste zu steigen und seine Leidenschaften mal wieder so richtig auszuleben. Am nächsten Morgen wacht er alleine auf, muss dann aber erkennen, dass die Mädels nicht nur immer noch da sind, sondern seine Küche komplett verwüstet haben. Das wäre ja noch irgendwie in Ordnung zu kriegen, aber Genesis und Bel haben es eindeutig im negativen Sinn auf Evan abgesehen. Der wird in der Folge erpresst und physisch sowie psychisch gewaltig unter Druck gesetzt. Es beginnt also ein Martyrium, das irgendwo zwischen „unterhaltsam“ und „schlecht“ wandelt. So richtig in eine Schublade stecken lässt sich „Knock Knock“ nicht. Ständig ist man belustigt über verschiedenste Szenen, weiß aber nie so genau, ob das nun geplant ist 5oder nicht. Familienvater Evan stellt sich außerdem bei der Flucht vor den fiesen Mädels derart dämlich an, dass man ihm kaum noch abnimmt, dass er ein cleverer Architekt sein soll. Und so ist „Knock Knock“ weit entfernt von einem guten Film, macht aber auf merkwürdige Weise auch wieder irgendwie Spaß. Kalt lässt einen der Film jedenfalls nicht. Man findet ihn witzig oder furchtbar, unterhaltsam oder langweilig. Oder irgendwas dazwischen. Zumindest ist „Knock Knock“ ein Film, den man so flott nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Genau wie die Frage, was wohl wäre, wenn die beiden Mädels statt an Evans Tür an die Tür von John Wick geklopft hätten…

Fazit

Ein merkwürdiger Film, der irgendwo zwischen schlecht und spaßig rangiert, auf jeden Fall aber im Gedächtnis bleibt. Der Filmfraß war insgesamt genug amüsiert für 3 Sterne.

Sterne-3,0

Filmangaben

Titel: Knock Knock – Versuchung. Verführung. Vergeltung.
Originaltitel: Knock Knock
Genre: Horror / Thriller
Land, Jahr: Chile / USA, 2015
Verleih: SquareOne / Universum Film
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Eli Roth, Nicolás López, Guillermo Amoedo
Darsteller: Keanu Reeves, Lorenza Izzo, Ana de Armas, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Dan Baily, Megan Baily, Colleen Camp, Antonio Quercia
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren
Laufzeit: 100 Minuten
Kinostart: 10. Dezember 2015

Quellen

Internet Movie Database
Universum Film
SquareOne Entertainment
24 Bilder

Bilder

© SquareOne/Universum

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Veröffentlicht am 4. Dezember 2015 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Ich bin jetzt kein Fachmann für solche Situationen. Aber hättest du an Evans Stelle denn „eine Runde 5 gg. Willi eingelegt?“ Das lässt sich immer leicht sagen, wenn Typen wie wir nie in solche Situationen/Gelegenheiten/Gefahren kommen. Ich wäre natürlich einfach so ganz cool geblieben. 😉

    • Nun ja. Ich bin seit 10 Jahren mit der gleichen Frau zusammen, da kann man das schon ganz gut einschätzen ;). Ich wäre halt viel früher resoluter gewesen, dann hätten sie es gar nicht bis in die Dusche geschafft :D. Ab der Dusche wäre man verloren, da gebe ich dir Recht 😀

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