„Crossed + Einhundert: Band 1“ (Comic)

Crossed + EinhundertWie kommt die Comic-Reihe zu ihrem Titel? Ganz einfach: Sie ist die Folgereihe zu „Crossed“ – und spielt exakt 100 Jahre nach der Geschichte der Reihe und damit 100 Jahre nach dem Ende der Welt. Aber nicht nur Fans der „Crossed“-Reihe dürfen aufhorchen, sondern Comic-Anhänger allgemein. Autor des Bandes, der aus sechs Teilen besteht, ist nämlich Alan Moore, der Kopf hinter „Watchmen – Die Wächter“ und „From Hell“.

Alan Moore als Autor von „Crossed + Einhundert“

Die Ausgangslage ist klar und bereits in der zuvor erschienenen Reihe „Crossed“ abgesteckt: Die Menschheit wurde fast komplett ausgelöscht, Unzählige sind Infizierte einer desaströsen Pandemie, haben „gekreuzt“, eine Art Zombie-Krankheit, die den Opfern ein kreuzartiges Mal im Gesicht beschert und den unbändigen Willen, seine schlimmsten Gelüste auszuleben. Infizierte sind aggressiv, eignen sich eine Sprache ähnlich des Tourette-Syndroms an und haben außer Sex und Gewalt nicht mehr viel im Kopf. In dieser Welt lebt unter anderem die gesunde Future Taylor mit ihrer kleinen Gruppierung. Gemeinsam versucht man im „The Walking Dead“-Stil, das eigene Leben zu bewahren, Hilfe zu suchenund gleichzeitig herauszufinden, was man gegen die Übermacht der Infizierten tun kann, die sich inzwischen auch an Orten aufhalten, an denen man nicht damit gerechnet hat. Das ist von der Grundidee her – obwohl eigentlich ja nichts Neues – durchaus spannend und bietet einige Aspekte auf, die ein wenig Frische ins Genre bringen. Klar, verbirgt sich als Texter hinter „Crossed“ doch „Watchmen“-Autor Alan Moore. Und auch die Zeichnungen von „Ferals“-Kolorist Gabriel Andrade können sich absolut sehen lassen und entwickeln eine gruselige, düstere Atmosphäre. Was genau sind die Hintergründe der Pandemie, welche Möglichkeiten der Ausrottung der gedanklich Verrotteten gibt es, welche Hoffnungen für die noch geistig Beständigen? Zart besaitet sollte man jedenfalls nicht sein, wenn man sich „Crossed + Einhundert“ zu Gemüte führt. Sex und Blut kommen häufig vor auf den 164 Seiten, die zu Recht ab 18 Jahren empfohlen wurden. Alles ganz schön und gut, wäre da nicht eine große Sache, die der Filmfraß bis zum Ende der Lektüre absolut nicht ausblenden konnte: Nicht nur die Umstände haben sich verändert in den 100 Jahren, die ins Land gezogen sind, sondern auch die Sprache. Klar, die bleibt natürlich in einem so langen Zeitraum nicht gleich, aber auf welche Weise sie für die Geschichte modifiziert wurde, ist zumindest in der deutschen Übersetzung manchmal schon hart an der Schmerzgrenze. Anglizismen („fooden“ statt „essen“), sonstwie andere Begrifflichkeiten („hirnen“ statt „denken“), grammatikalische Veränderungen und Füllwörter sorgen dafür, dass der Lesefluss immer wieder gestört wird, das Vergnügen ein Stück weit auf der Strecke bleibt. Es kommt die Frage auf, wie viel unterhaltsamer das Werk wäre, hätte man auf diesen – natürlich nachvollziehbaren – Kniff lieber gänzlich verzichtet.

Fazit

Spannend für Fans von Alan Moore und Zombie-Geschichten, aber nichts gänzlich Frisches und mit zu sehr störenden, deutlichen Veränderungen der Sprache der Charaktere.

Sterne-3,0

Bibliografische Angaben

Titel: Crossed + Einhundert: Band 1
Original-Storys: Crossed + One Hundred 1-6
Autor: Alan Moore
Zeichner: Gabriel Andrade
Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Seitenzahl: 164
Preis: 19,99 Euro
Kaufstart: 13. Oktober 2015

Quellen

Panini Comics

Advertisements

Veröffentlicht am 16. Oktober 2015 in Bücher und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: