„90210 Shark Attack in Beverly Hills“ auf DVD und Blu-ray

1 - 90210 Shark Attack - Blu-rayWas trägt der Trash-Abräumer „Sharknado“ nur für grausame Blüten… Haie sind wieder voll in Mode – besonders aber für furchtbare Billigproduktionen vom Fließband. Zu diesen Machwerken gesellt sich nun auch „90210 Shark Attack in Beverly Hills“, der wirkt, als habe sich dafür an einem sonnigen Nachmittag ein kleines Team zusammen gesetzt, dessen Kompetenz sich dadurch auszeichnet, dass es schon mal einen Film gesehen hat. Anders kann man den schlimmen Murks nicht erklären, der ab 3. September 2015 auf DVD und Blu-ray zu kaufen ist.

Der blanke Horror (für Zuschauer)! „90210 Shark Attack in Beverly Hills“…

2„Das können die noch nicht ernst meinen!?“ wird einem wohl häufig in den Sinn kommen, wenn man sich „90210 Shark Attack in Beverly Hills“ zu Gemüte führt. Tatsächlich ist es zwischenzeitlich nur schwer zu ertragen, was Vielfilmer David DeCoteau („The Brotherhood“- und „Puppetmaster“-Reihen, ca. 120 Credits als Regisseur!) da „geschaffen“ hat. Es beginnt mit 80er-Musik und komischen Cartoon-Einlagen und führt uns dann auf stumpfeste Weise in eine Art Handlung ein, die allem Verstand trotzt. Wir sehen eine Leiche am Pool eines schicken Hauses in Beverly Hills. Wie es dazu gekommen ist, erfahren wir mit dem Hinweis „24 Stunden zuvor“. Einen Tag werden wir also zurück in die Vergangenheit geschickt, um ein paar hübsche, junge Leute kennen zu lernen, die alle so ihre Sorgen und Nöte haben. Und diese auf infame Weise dem Zuschauer zutragen mit Schauspieler-Leistungen, die eigentlich nur witzig gemeint sein dürften – es aber ganz offensichtlich 3nicht sind. Denn „90210 Shark Attack in Beverly Hills“ will wohl tatsächlich ernst und dramatisch sein, wird aber nur unfreiwillig komisch. Wirklich ernst und dramatisch sind hingegen nur die vermeintlichen Gags, die eingestreut werden und zum Fremdschämen einladen. So auch die grässlichen Effekte, die wirken wie in einem billigen 90er-Jahre-PC-Spiel und sich primär auf das Hauptaugenmerk des Films beziehen: Haie. Doch dazu später mehr. Erst mal müssen wir ja die Flitzpiepen begrüßen, die uns durch den Film führen: In einem Wahlfach Meereskunde finden sich die Lehrerin Pamela (Donna Wilkes, „Hallo, Larry“, „Der weiße Haie 2“) sowie die sechs Schüler Jess (Rachel Rosenstein), Bryce (Braden Bacha), Tyler (Jeffrey Decker), Denny (Jud Birza), Alyssa (Stephanie Shemanski) und Marcie (Nikki BreAnne Wells). Von den Schülern haben alle ihren ganz eigenen Klischee-Rucksack zu tragen. Als Zuschauer fühlt man sich wie ein Fahrgast im voll 4besetzten Bus, der von diesen Klischee-Rucksäcken ständig ins Gesicht getroffen wird. So nervig und anstrengend sind die Plattitüden, die auf einen herein prasseln. Doch das ist längst nicht alles, das einem auf den Keks geht. Gefühlt eine Ewigkeit schaut beispielsweise bei grausiger Musik eine der Darstellerinnen einem der Darsteller beim Plantschen im Pool zu. Allein diese Szene treibt einen förmlich in den Wahnsinn! Unfassbar, dass dieser Typ (oder ein anderer? Na, ist ja auch egal) später auch noch von der Lehrerin vermeintlich ewig beim Duschen beobachtet wird. Was zum Geier hat man sich dabei gedacht!? Ach ja: Die eigentliche „Handlung“! So ganz kriegt der Filmfraß die nicht mehr zusammen, weil er so oft die Hände vor die Augen hielt, mit dem Kopf gegen die Wand schlug, unkontrolliert brüllte, in Tränen ausbrach oder gerade seinen Fernseher aus dem Fenster geworfen hatte. Es geht um die mit psychischen Problemen ausgestattete Alyssa, ihren 5offensichtlich verstorbenen Vater (ein Held in Sachen Meereskunde!) und einen wohl verwunschen-verfluchten Haizahn. Der sorgt irgendwie dafür, dass aus Menschenköpfen Haiköpfe werden und diese dann Köpfe abbeißen! So fehlt auch unserem Poolbader und Warmduscher (oder halt einer von beiden) plötzlich der Schädel, auch wenn er ihn bis dahin eh nicht gebraucht hatte. Womit wir schon bei einer Dreiviertelstunde Spielzeit sind. Und am Start des Films, der ja so begann, sodass inzwischen die 24 Stunden hinter uns liegen, wonach es sich auch wirklich anfühlt. Es sind insgesamt nur 72 Minuten Spielzeit (inklusive Abspann!), aber man bekommt das Gefühl, dass man sein Leben vertan hat nur wegen der Sichtung dieses Grottenstreifens. Der Filmfraß musste lange meditieren, um den Schock über das Gesehene zu verarbeiten…

Fazit

„Zeitverschwendung“ ist eine deutliche Untertreibung! Trotz nur 72 Minuten Laufzeit wird man durch diesen „Film“ gefühlt 20 Jahre älter und spürt förmlich, wie Hirnzellen absterben. Bloß nicht anschauen!
P.S.: Bloß nicht vom in die Irre führenden Cover blenden lassen!

Sterne-0,5

Filmangaben

Titel: 90210 Shark Attack in Beverly Hills
Originaltitel: 90210 Shark Attack
Genre: Drama / Horror / Science-Fiction
Land, Jahr: USA, 2014
Verleih: Tiberius Film
Regie: David DeCoteau
Drehbuch: Charlie Meadows
Darsteller: Donna Wilkes, Rachel Rosenstein, Braden Bacha, Jeffrey Decker, Jud Birza, Stephanie Shemanski, Nikki BreAnne Wells
FSK-Freigabe: ab 16 Jahre
Laufzeit: 72 Minuten
Kaufstart: 3. September 2015

Quellen

Internet Movie Database
Tiberius Film

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Veröffentlicht am 31. August 2015 in DVD & Blu-ray und mit , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Lieber Filmfrass,
    ich stimme Dir zu, der Film ist so ziemlich das erschreckend dämlichste Stück Film, das je gedreht wurde. Den Film sich so wie Du wahrscheinlich nüchtern und alleine anzuschauen, sollte mit ärztlichem Verweis verboten werden.
    Mit Freunden zusammen dagegen ist der Film ein Riesen Spaß. Ihr könnt Trinkspiele, Ratespiele und Zählspiele veranstalten, beispielsweise wie oft die Kamera bei der Pool-Szene von Boy zu Girl hin- und her schwenkt, Pro und Contra debattieren, welche Elemente des Filmes mexikanischen Telenovelas und welche Pornos entnommen wurden.
    Der Film war so abgrundtief grottenschlecht, dass ich diese 72 Minuten Lebenszeit niemals vergessen werde – was ein Zeichen dafür ist, dass der Film etwas ganz Besonderes ist.

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