Birdman

1 - BirdmanDie Academy und die Kritiker lieben Alejandro González Iñárritu. Kein Wunder, hat er mit seinen bisherigen vier Filmen („Amores perros“, „21 Gramm“, „Babel“, „Biutiful“) doch Werke abgeliefert, die nahezu perfekt inszeniert sind und zudem großartige schauspielerische Leistungen aufweisen. Sein fünfter Streifen ist nun seine erste Komödie – und darf sich aktuell über neun Oscar-Nominierungen freuen. Zu den möglichen Siegern im Februar zählen neben Iñárritu (als Produzent, Regisseur und Autor) unter anderem Hauptdarsteller Michael Keaton sowie die Nebendarsteller Edward Norton und Emma Stone. Der köstlich-absurde Spaß ist seit dem 29. Januar 2015 im Kino zu sehen.


„Birdman“ mit Michael Keaton, Edward Norton und anderen tollen Stars

2Die großen Tage von Riggan Thomson (Michael Keaton) sind lange vorbei. Einst war er ein gefeierter Filmstar, kämpfte sich als Superheld Birdman in die Herzen von Millionen von Zuschauern. Inzwischen hat er aber eigentlich nur noch Probleme, unter anderem mit Ex-Frau und Geliebter. Da passt es ihm gar nicht in den Kram, dass es auch beruflich eher chaotisch zugeht: Der Ex-Star will als Regisseur ein Broadway-Stück auf die Bühne bringen. Soweit, so gut, aber sein Hauptdarsteller hat einen Unfall, der Riggan zum Ersatz zwingt. Und dieser Ersatz ist zwar ein großer, Zuschauer ziehender Star (Edward Norton), aber auch höchst egozentrisch, nervig und raubt Riggan schon bald den Verstand.

Film-Kritik – Oscar-Favorit „Birdman“ mit Michael Keaton

3Er war ein richtiger, internationaler Megastar, der einen Superhelden verkörperte und sich damit unsterblich machte. Doch anschließend flackerte sein Stern irgendwann nur noch und er verschwand ziemlich unter dem Radar von Kritikern und Zuschauern. Mit seinem neuesten Werk will er nun zurück an die Spitze. Was das beschreibt? Sowohl die Handlung von „Birdman“ als auch die Karriere von Hauptdarsteller Michael Keaton. Der 1951 geborene Keaton gehörte Ende der 80er, Anfang der 90er zu den ganz großen Stars, war für Tim Burton „Beetlejuice“ (1988) und schwang sich als berühmteste Fledermaus der Welt in „Batman“ (1989) und „Batmans Rückkehr“ (1992) über die Dächer von Gotham City. Es folgten Auftritte wie der in Tarantinos 4„Jackie Brown“, doch die ganz große Bedeutung hatte Keaton inzwischen verloren. Zuletzt konnte man ihn in Filmen wie „Need For Speed“ und dem „RoboCop“-Remake sehen – aber jetzt startet er wieder richtig durch: Genau wie seine Hauptfigur startet Keaton jetzt in „Birdman“ wieder richtig durch und macht sich bei all denen beliebt, die ihn zuletzt ziemlich vergessen hatten. Als abgehalfterter, von allerhand beruflichen und sozialen Problemen geplagter Ex-Star liefert er eine preiswürdige Leistung ab, die zudem unterstützt wird von ebenso tollen Darstellungen in den Nebenfiguren. Es glänzen neben Keaton nämlich so illustre Stars wie Edward Norton („Grand Budapest Hotel“, „Das Bourne Vermächtnis“), Zach Galifianakis („Hangover 1-3“), Naomi 5Watts („St. Vincent“, „Diana“), Emma Stone („The Amazing Spider-Man 1+2“, „Gangster Squad“) und Andrea Riseborough („Oblivion“, „W.E.“) – und helfen dabei, einen auf darstellerische Sicht großartigen Film auf die Leinwand zu bringen. Dass auch das Drumherum stimmt, liegt an der faszinierenden und mit schicken Kniffen versehenen Inszenierung von Regisseur und Autor Alejandro González Iñárritu. Der 1963 geborene Mexikaner liefert mit „Birdman“ erst seinen fünften Langfilm ab, hat mit seinen bisherigen Werken „Amores perros“ (2000), „21 Gramm“ (2003), „Babel“ (2006) und „Biutiful“ (2010) aber für allerhand Furore gesorgt, inklusive Preisen in Cannes und bei den BAFTAs sowie zwei Oscar-Nominierungen für „Babel“ (Bester Film, Beste 6Regie). Sein „Birdman“ ist nun seine erste Komödie – und trifft gleich voll ins Schwarze. Natürlich muss angemerkt sein, dass sein Humor unmöglich die Masse treffen kann. Zu absurd ist manche Szene, zu ungewöhnlich und zu wenig Mainstream viele Ideen – etwa, wenn Riggan Thomson ständig die Stimme von seinem Alter-Ego Birdman in den Ohren oder besser im Hirn schwingt. Das alles wird dem breiten Publikum zu abstrus sein, zu andersartig erzählt, aber der Freund von ungewöhnlichen, absurd-komischen und mit eindrucksvollen Darstellern versehenen Filmen wird seine helle Freude haben am kleinen Meisterwerk, das Keaton endlich wieder ins rechte Licht rückt. Und sich anschließend schon mal wie narrisch freuen auf den 7nächsten Iñárritu-Film, das Abenteuer-Drama „The Revenant“ mit Tom Hardy, Leonardo DiCaprio, Will Poulter und Domhnall Gleeson in den 1820er-Jahren. Doch bis dahin steht ja erst mal die Oscar-Verleihung an, bei der sich Iñárritu und sein Cast auf satte neun mögliche Preise freuen können. Neben dem besten Film und der besten Regie ist „Birdman“ außerdem nominiert für Beste Hauptrolle (Keaton), Bester Nebendarsteller (Norton), Beste Nebendarstellerin (Stone), Bestes Drehbuch (u.a. Iñárritu), Beste Kamera (Emmanuel Lubezki), Bester Tonmix (Jon Taylor, Frank A. Montaño, Thomas Varga) und Bester Tonschnitt (Aaron Glascock, Martín Hernández). Der Filmfraß drückt auf alle Fälle die Daumen, dass es für den einen oder anderen Preis reicht! Zumindest an Keaton kommt wohl kaum einer vorbei…

Fazit

Köstlich verrücktes, mit tollen Ideen und großartig aufspielenden Top-Schauspielern gespicktes, kleines Meisterwerk – „Keatons Rückkehr“!

Sterne-5,0

Filmangaben

Titel: Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
Originaltitel: Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)
Genre: Komödie / Drama
Land, Jahr: USA, 2014
Verleih: 20th Century Fox
Regie: Alejandro González Iñárritu
Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Armando Bo
Darsteller: Michael Keaton, Edward Norton, Zach Galifianakis, Naomi Watts, Emma Stone, Andrea Riseborough
FSK-Freigabe: ab 12 Jahre
Laufzeit: 120 Minuten
Kinostart: 29. Januar 2015

Quellen

Offizielle Film-Website
Internet Movie Database
Kino.de
20th Century Fox

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Veröffentlicht am 29. Januar 2015 in Kino und mit , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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