Snowpiercer

1 - FilmplakatIn „The Return of the First Avenger“ reist Chris Evans aktuell viel umher, in „Snowpiercer“ beschränkt sich sein Handeln auf einen Zug, der durch eine dystopische Welt aus Schnee und Eis fährt. Zusammen mit Jamie Bell, John Hurt und Octavia Spencer wird er am Zugende unterdrückt, was er sich irgendwann nicht mehr bieten lässt – und sich mit seinen Leuten auf den Weg in die Spitze zur Elite macht. „Snowpiercer“ von Bong Joon-ho („The Host“) war mit Recht ein großer Hit auf der Berlinale und ist ab dem 3. April 2014 im Kino zu sehen.

„Snowpiercer“ – Die Handlung des Science-Fiction-Actioners

2Etwas ging ganz gewaltig schief beim Versuch, die globale Erwärmung in den Griff zu kriegen. Was folgte, war die nahezu komplette Auslöschung allen menschlichen Lebens auf dem gesamten Erdball. Rettung für die wenigen Überlebenden brachte ein überlanger High-Tech-Zug des Erfinders Wilford, der äußeren Widerständen gegenüber gefeit ist und nun Schutz bietet vor der klirrenden Kälte, dem Schnee und Eis außerhalb des Zuges. Ständig in Fahrt, kutschiert er seine Insassen um die ganze Welt, wofür er jedes Mal exakt ein Jahr braucht. Doch im Zug sind längst nicht alle auf der selben Seite: Ganz vorne im Zug sitzt Wilford, in den Abteilen dahinter die als höherwertig eingestuften Fahrgäste, die strikt getrennt werden von den hinteren Abteilen, in denen sich das nieder Volk befindet. Zu diesem gehört auch Curtis (Chris Evans), der unter Leitung des in die Jahre gekommenen Gilliam (John Hurt) und an der Seite von Leuten wie Edgar (Jamie Bell) und Tanya (Octavia Spencer) immer mehr gegen die Erniedrigung und Unterdrückung aufbegehrt. Nie ist man in Sicherheit, das Essen ist fade und rar, kleine Kinder werden plötzlich ihren Müttern und Vätern entrissen, Prügel und Erschießungen sind an der Tagesordnung. Genug damit! Es wird Zeit, sich den Weg in die Spitze des Zuges zu bahnen. Ein halsbrecherischer Versuch von Curtis und seinen Leuten.

Film-Kritik – „Snowpiercer“ mit Chris Evans, John Hurt, Tilda Swinton

3Für ordentlich Furore hat „Snowpiercer“ international gesorgt, als Hollywood-Produzenten-Mogul Harvey Weinstein den Film nur in verschnittener und verstümmelter Fassung auf den US-Markt bringen wollte. Der südkoreanische Regisseur und Autor Joon-ho Bong („The Host“, „Madeo“) ließ sich jedoch nicht einschüchtern, setzte sich für seinen Film ein und sorgte am Ende – im Zusammenspiel mit dem Aufbäumen und Film-Feiern von Kritikern und Kingogängern – dann doch dafür, dass auch die Amerikaner in den Genuss der Originalfassung kamen, wenngleich auch nur in Programmkinos. In Deutschland darf man sich eh freuen über die ungekürzte Fassung von „Snowpiercer“ – großartig, denn der Film ist ein ganz besonderes Stück Kino. Dass Weinstein ihn für zu klug für das schnöde Blockbuster-Multiplex-Publikum hielt, leuchtet ein Stück weit ein, denn „Snowpiercer“ ist in der Tat sehr clever gestrickt. Die Geschichte ist futuristisch und doch hochaktuell und auch komplett zeitlos. Der Kampf zwischen Reichen und Armen, das Aufbegehren der Unterdrückten gegen die Mächtigen – das findet sich überall wieder. „Snowpiercer“ ist kurios und doch ein realistisches Spiegelbild, fasziniert durch fast schon absurde Szenen, die trotzdem allesamt nachvollziehbar sind und wohl gerade deshalb auch so beeindrucken. Dem Reiz des Films kann man sich jedenfalls kaum entziehen und taucht ein in eine facettenreiche Welt, die sich innerhalb eines Zuges befindet. Verrückte Idee, verrückt inszeniert, toll gespielt und für viele mit Recht bereits ein Highlight des Kinojahres. Wenn sich Chris Evans („The Return of the First Avenger“) und seine Leute Abteil für Abteil nach vorne begeben, dann sind sie genau so überrascht von deren Passagieren und Vorgängen, wie es der Zuschauer auch ist. Zugfahren kann ja so spannend sein! Mal ist es witzig, mal brutal und düster. Mittellosigkeit trifft auf Überfluss, Dreck auf Pomp, Unterdrückte auf Unterdrücker. Derart eindrucksvoll bebildert und mit vielen Anspielungen und Gesellschaftskritik hat man Klassenkampf wohl noch nie gesehen.

Fazit

Faszinierender SciFi-Film mit allerhand kuriosen, wunderbar bebilderten und einprägsamen Momenten.

Sterne-4,5

Filmangaben

Titel: Snowpiercer
Originaltitel: Snowpiercer
Genre: Science-Fiction / Action
Land, Jahr: Südkorea / USA / Frankreich, 2013
Verleih: MFA (24 Bilder)
Regie: Bong Joon-ho
Drehbuch: Bong Joon-ho, Kelly Masterson
Buchvorlage: Jacques Lob, Benjamin Legrand, Jean-Marc Rochette („Schneekreuzer“ / „Le Transperceneige“)
Darsteller: Chris Evans, Jamie Bell, John Hurt, Tilda Swinton, Luke Pasqualino, Alison Pill, Ed Harris, Octavia Spencer, Ewen Bremner, Kang-ho Song, Kenny Doughty, Tómas Lemarquis, Steve Park, Sdnan Haskovic, Ah-sung Ko, Clark Middleton
FSK-Freigabe: ab 16 Jahre
Laufzeit: 126 Minuten
Kinostart: 3. April 2014

Quellen

Internet Movie Database
Kino.de
MFA
24 Bilder
„Spiegel Online“ zum Film

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Veröffentlicht am 2. April 2014 in Kino und mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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