Dallas Buyers Club

1 - FilmplakatDie interessantesten Geschichten schreibt eben doch das Leben, wie man in „Dallas Buyers Club“ mal wieder merkt: Die wahre Geschichte des an AIDS erkrankten Ron Woodroof wird zum berührenden Drama über einen Mann, der allen Ärzte-Prognosen trotzt, sich gegen das amerikanische Medikamente-System zur Wehr setzt und vom simpel gestrickten Elektriker und Rodeo-Fan zu einer Art Heilsbringer wird. Die mit dem Golden Globe ausgezeichneten sowie für den Oscar nominierten Matthew McConaughey und Jared Leto sind im Kino zu sehen ab dem 6. Februar 2014.

„Dallas Buyers Club“ – Die Handlung des AIDS-Dramas

2 - McConaughey, LetoDas Jahr 1985: Ron Woodroof (Matthew McConaughey) setzt alles daran, wie ein richtig harter Kerl, unverletztlich und wie der größte Macho zu wirken. Seine einfach gestrickten Kumpels, sein Job als Elektriker, Rodeo als größtes Hobby, sein Wohnort in Texas, seine Freude an Alkohol und schnellem Sex mit möglichst billigen Frauen macht dies auch sehr simpel. Die unantastbare Männerwelt erhält einen deftigen Dämpfer, als Ron völlig fertig zusammen klappt und im Krankenhaus von seinen Ärzten Dr. Sevard (Denis O’Hare) und Dr. Saks (Jennifer Garner) erfährt, dass er an HIV erkrankt ist. AIDS – das ist für Ron eine reine Schwulen-Krankheit und daher nur ein schlimmer Fehler seitens der Ärzte. Die behaupten doch allen Ernstes, Ron habe nur noch einen Monat zu leben. Der Patient sieht sich nicht als solcher, verlässt das Krankenhaus und ignoriert alle ärztlichen Anmerkungen. Als sich sein Zustand jedoch verschlechtert, beginnt Ron eigene Recherchen und findet heraus, dass sein ungeschützter Geschlechtsverkehr mit drogenkranken Frauen wohl die Ursache für seinen Zustand ist. Ein als Wundermittel erhofftes Medikament namens AZT befindet sich praktischerweise gerade in der Testphase und könnte helfen. Ron gehört nicht zum Testkreis, verschafft sich illegal aber trotzdem das Präparat. Da es ihm immer schlechter geht, nimmt er als letzten Ausweg eine Tour nach Mexiko auf sich, wo er sich von einem im Untergrund arbeitenden Ex-Doktor tatsächlich helfende Medikamente holt. Schnell bringt Ron in Erfahrung, dass AZT den Körper nur mehr zerstört, die mexikanischen Mittel – obwohl im Grunde nicht illegaler Natur – aber in den USA verboten sind. Ron lebt deutlich länger als die prognostizierten 30 Tage und tut sich – er ist selbst überrascht – mit der ebenfalls an AIDS erkrankten Transe Rayon (Jared Leto) zusammen. Die beiden starten den Dallas Buyers Club, in dem die Mitglieder einen festen Monatsbetrag zahlen und dafür die aus anderen Ländern eingeführten, helfenden Medikamente erhalten. Klar, dass so ein Club nicht nur Befürworter findet.

Film-Kritik – „Dallas Buyers Club“ mit Matthew McConaughey

3 - McConaughey, GarnerGeschichten, die das Leben schreibt: Die von Ron Woodroof jedenfalls ist eine wahre und ist in den Grundzügen tatsächlich so geschehen. Das Drehbuch zu „Dallas Buyers Club“ geht auf 20 Jahre alte Gespräche zwischen Skript-Debütant Craig Borten und Woodroof zurück, die kurz vor dessen Tod aufgezeichnet wurden. Nach langem Hin und Her gibt es nun endlich die Filmadaption von Regisseur Jean-Marc Vallée („Young Victoria“, „C.R.A.Z.Y.“ – Verrücktes Leben“), der das Glück hat, mit Matthew McConaughey den perfekten Darsteller für Woodroof gefunden zu haben. McConaughey, der seine Schauspieler-Karriere im Todesjahr Woodroofs begann, hat inzwischen etwa 50 Rollen verkörpert, startet aber besonders in den letzten Jahren durch Auftritte in „The Wolf of Wall Street“, „Magic Mike“, „Killer Joe“ oder demnächst Christopher Nolans „Interstellar“ noch mal richtig durch. Den Golden Globe sowie eine Oscar-Nominierung (Verleihung steht noch aus) gab es für McConaughey, der im Film erschreckend ausgemergelt und eindrucksvoll authentisch spielt, genau so wie für Jared Leto. Der Bandleader von „30 Seconds to Mars“ spielt seine erste Rolle seit vier Jahren („Mr. Nobody“) und macht dies auf imposante Weise. Auch die Nebendarsteller wie Jennifer Garner (spielte schon in „Der Womanizer“ mit McConaughey), Steve Zahn (in „Sahara“ an McConaughey Seite), Denis O’Hare („American Horror Story“, „True Blood“) und Dallas Roberts („The Walking Dead“) machen eine gute Figur und machen den „Dallas Buyers Club“ zu einem auch schauspielerisch sehr sehenswerten Streifen. Der ist darüber hinaus trotz des Themas längst nicht nur tragisch und dramatisch, sondern auch positiv rührend und sogar witzig. Eine faszinierende, wahre Geschichte wird auf emotionale Weise, aber nie aufgesetzt schmierige Weise erzählt und hallt nach Sichtung definitiv nach.

Fazit

Eindrucksvolle Schauspieler – insbesondere McConaughey – in berührender und toll inszenierter (wahrer) Geschichte.

Sterne-4,5

Filmangaben

Titel: Dallas Buyers Club
Originaltitel: Dallas Buyers Club
Genre: Drama
Land, Jahr: USA, 2013
Verleih: Ascot Elite (Paramount)
Regie: Jean-Marc Vallée
Drehbuch: Craig Borten, Melisa Wallack
Darsteller: Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner, Steve Zahn, Denis O’Hare, Dallas Roberts, Kevin Rankin, Griffin Dunne
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Laufzeit: 117 Minuten
Kinostart: 6. Februar 2014

Quellen

Offizielle Film-Website
Offizielle Facebook-Seite
Internet Movie Database
Kino.de
Ascot Elite

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Veröffentlicht am 27. Januar 2014 in Kino und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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