The Wolf of Wall Street

1 - FilmplakatDie Memoiren des Börsen-Millionärs Jordan Belfort wurden im Jahr 2008 unter dem Titel „Der Wolf der Wall Street“ ein großer Erfolg, der 2011 „Die Jagd auf den Wolf der Wall Street“ nach sich zog. Kult-Regisseur Martin Scorsese („Departed“) nahm sich jetzt der Geschichte um den klungen Großkotz an, packte Leonardo DiCaprio („Django Unchained“) in die Hauptrolle und schuf einen großartigen Dreistünder, den man nahezu über die gesamte Laufzeit feiern möchte. „The Wolf of Wall Street“ startet am 16. Januar 2014 in den Kinos.

„The Wolf of Wall Street“ – Die Handlung des Scorsese-Knallers

2Wir befinden uns in den 1980er Jahren inmitten New York. Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) ist ein junger Mann, der einen Job sucht. An der Börse kann man schick Geld verdienen, denkt er sich. Schnell ist er begeistert, als er in einem Unternehmen sitzt, dessen Chef (Matthew McConaughey) völlig neue Sichtweisen ermöglicht: Da wird gekokst, gevögelt und beleidigt ohne Ende. Und dazu auch noch die dicke Kohle gemacht! Dass der eine oder andere kleine Mann dabei finanziell ausgenutzt auf der Strecke bleibt, ist unerheblich für die Anzugträger. Doch ein fetter Deal gehört gehörig daneben – und Belfort ist plötzlich wieder mittellos. In einem ranzigen Börsen-Schuppen fängt er ganz unten an – und ist aufgrund seiner Verkaufsstärke schon bald ein gefeierter Star. Es dauert nicht lange, da hat er sich einen ebenfalls verrückten Partner (Jonah Hill) geangelt und eine eigene Firma gegründet. Die erste Million ist bald gescheffelt, das Unternehmen wächst und wächst – und Belfort genießt sein Leben in Saus und Braus, mit Drogen und Sex, seiner rattenscharfen neuen Freundin (Margot Robie) und nicht immer so ganz legal. Das findet dann irgendwann auch das FBI interessant…

Film-Kritik – „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio

3Was für ein Spaß! Der Jordan Belfort, den Regie-Genie Martin Scorsese auf die Leinwand bringt, ist schmierig, größenwahnsinnig, ein echter Arsch und dennoch höchst liebenswert. Seine Eskapaden – und sind sie auch noch so asozial und abstoßend – können getrost ohne Ende gefeiert werden. Dabei ist es egal, wie man zur realen Person Jordan Belfort steht, der 2008 seine Memoiren verfasste, auf denen die Verfilmung beruht. Auch dass die Geschichte in den 1980ern spielt, ist nicht von Bedeutung, da sie zeitlose bzw. aktuelle Kritik enthält. Scorsese, Oscar-Sieger mit „Departed“, Oscar-nominiert in jedem Jahrzehnt seit den 80ern und Schöpfer von so kultigen Filmen wie „Taxi Driver“, „Wie ein wilder Stier“, „GoodFellas“, „Kap der Angst“, „Gangs of New York“ und „Shutter Island“, inszeniert den Selbstdarsteller Belfort in einer aberwitzigen Achterbahnfahrt, die vor Highlights nur so strotzt. Zwei Golden-Globe-Nominierungen (Film und Hauptdarsteller) gab es bisher – sicher nicht die einzigen Nennungen bei Preisverleihungen, die es geben wird. Die Regie von Scorsese und das Drehbuch des vierfachen Emmy-Siegers Terence Winter („Die Sopranos“, „Boardwalk Empire“) ist an sich schon ganz großes Kino, perfekt aufgewertet wird es jedoch von Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio. Der 1974 Geborene wurde zuletzt für seine Nebenrolle in „Django Unchained“ bei der Oscar-Verleihung sträflich übergangen, aber zumindest dreifach für „Blood Diamond“, „Aviator“ und „Gilbert Grape“ nominiert. Als Globe-Sieger („Aviator“ plus NEUN weitere Nominierungen!) arbeitet er nun schon zum fünften Mal mit Scorsese zusammen und spielt so köstlich, dass man sein Grinsen kaum noch aus dem Gesicht bekommt. Allein die Szene, in der Belfort völlig unter Drogen sämtliche Kontrolle über seine Gliedmaßen verliert, ist hitverdächtig und brennt sich wohl für immer im Schädel ein. Bestens auch die Nebendarsteller wie Matthew McConaughey (Globe-Nominierung für den am 6. Februar startenden „Dallas Buyers Club“), Jonah Hill (Oscar-Nominierung für „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“), Margot Robie („Nachbarn“) als reinste Versuchung, Kyle Chandler („Friday Night Lights“), Rob Reiner (Oscar für „Eine Frage der Ehre“), Jon Bernthal („The Walking Dead“), Jon Favreau („Iron Man 1-3“), Oscar-Gewinner Jean Dujardin („The Artist“) und zahlreichen anderen, exzellent gewählten Leuten. Einen Cameo-Auftritt von Belfort gibt es darüber hinaus auch zu begutachten. Ursprünglich auf vier Stunden ausgelegt, musste Scorsese seinen Film auf drei Stunden runter kürzen. Für viele sicherlich trotzdem sehr lang, aber zu keiner Zeit langweilig. Da wünscht man sich sehnlichst, dass es in der Heimkino-Auswertung doch noch die 4-Stunden-Fassung zu sehen gibt. Und wenn man gerade nicht im Kino oder vor der Glotze sitzt, kann man den großartigen Soundtrack rauf und runter hören.

Fazit

Köstlicher, kultverdächtiger Spaß mit erneut grandiosem Leonardo DiCaprio, perfekter Regie, einem super Drehbuch und insgesamt allem, was ein Film braucht, um sich ins ewige Gedächtnis zu brennen.

Sterne-5,0

Filmangaben

Titel: The Wolf of Wall Street
Originaltitel: The Wolf of Wall Street
Genre: Drama / Krimi / Komödie
Land, Jahr: USA, 2013
Verleih: Universal
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Terence Winter
Buchvorlage: Jordan Belfort
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Matthew McConaughey, Jonah Hill, Margot Robie, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Bernthal, Jon Favreau, Jean Dujardin, Joanna Lumley, Cristin Milioti, Christine Ebersole, Shea Wigham, Katarina Cas, P.J. Byrne
FSK-Freigabe: ab 16 Jahre
Laufzeit: 179 Minuten
Kinostart: 16. Januar 2014

Quellen

Offizielle Film-Website
Internet Movie Database
Kino.de
Universal

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Veröffentlicht am 9. Januar 2014, in Kino. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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