Inside Llewyn Davis

INSIDE LLEWYN DAVISEs ist schon beeindruckend, was für Filme die Coen-Brüder immer wieder auspacken: Die Regisseure sind für Hits wie „The Big Lebowski“, „No Country For Old Men“, „Fargo – Blutiger Schnee“ und „True Grit“ verantwortlich – und jetzt begeistern sie erneut mit einem höchst unterhaltsamen Film. „Inside Llewyn Davis“ zeigt den – größtenteils selbst verschuldeten – steinigen Weg eines Folk-Musikers in den USA der 1960er Jahre. Dabei: Oscar Isaac, Carey Mulligan, Justin Timberlake und John Goodman – ab 5. Dezember 2013 im Kino.



„Inside Llewyn Davis“ – Die Handlung des Films von Joel und Ethan Coen

INSIDE LLEWYN DAVISWir befinden uns in den USA in den 1960er Jahren. Eine Zeit, die der jetzigen nicht unähnlich ist, was den Traum betrifft, mit Musik zum großen Star aufzusteigen. Diesen Traum hegt auch Llewyn Davis (Oscar Isaac). Llewyn, dessen Name walisischen Ursprungs ist, ist aber absolut glücklos mit seinen Auftritten als Folksänger und Gitarrist. Doch nicht nur das: Auch in allen anderen Bereichen des Lebens scheint er der geborene Versager zu sein. Dabei war für ihn alles einmal viel rosiger. Als Llewyn noch im Duett auftrat, schien die Welt in Ordnung. Inzwischen aber tingelt er ständig in die gleiche Spelunke, wo er wenig Geld für seine mit wenig Applaus bedachten Auftritte erhält. Llewyn schlägt sich so durch, hat keine feste Bleibe, übernachtet mal hier, mal dort, hat keinen Kontakt mehr zu seinem Vater, den er im Altersheim versauern lässt. Darüber hinaus zofft er sich ständig mit Jean (Carey Mulligan), die ihm zu allem Überfluss offenbart, dass sie schwanger ist. Möglicherweise von ihm, möglicherweise von ihrem Freund Jim (Justin Timberlake). Beide musizieren ebenfalls – und deutlich beliebter als er selbst. Für Llewyn nur ein weiterer Meilenstein auf der harten, steinigen Straße des Musiker-Lebens.

Film-Kritik – „Inside Llewyn Davis“ von Joel und Ethan Coen

INSIDE LLEWYN DAVISUnd wieder ein kleine Genie-Streich von Joel und Ethan Coen. Die beiden Brüder schaffen es, mit jedem Film Zuschauer und Kritiker nicht nur zu überzeugen, sondern zu begeistern. Vier Oscars stehen bei den beiden schon im Regal, einer für „Fargo – Blutiger Schnee“ (1996, Drehbuch), drei für den 2007er Academy-Abräumer „No Country For Old Men“ (2007, Film/Regie/Drehbuch). Neun weitere Oscar-Nominierungen für die Filme „True Grit“, „A Serious Man“ und „O Brother, Where Art Thou?“ sprechen für sich – und dabei ist der kultigste Hit, „The Big Lebowski“, noch nicht einmal angesprochen worden. Kaum jemand versteht es wie die Coens, Melancholie, Traurigkeit, menschliche Dramen und das Leben von Versagern so unterhaltsam zu präsentieren. Ihre Antihelden muss man einfach lieb haben – dies gilt in „Inside Llewyn Davis“ für den vom Schicksal sowie seiner eigenen Leidenschaft und den Fettnäpfchen, in die er gekonnt tritt, gebeutelten Folksänger und Gitarristen. Der wird liebenswert verkörpert vom 1980 in Guatemala geborenen Oscar Isaac („Sucker Punch“, „Robin Hood“, „Agora“). Sein Schauspiel ist zurückhaltend und ruhig, seine Präsenz dafür umso größer, wenn er deprimiert feststellt, was er jetzt schon wieder für einen Blödsinn verzapft hat, wenn ihn Carey Mulligan („Drive“, „Shame“, „An Education“) wieder rüde und mit Schimpfwörtern anpflaumt und wenn er die Gitarre zur Hand nimmt und auf gefühlvolle Weise mit toller Stimme seine Lieder zum Besten geben, die den Soundtrack des Films absolut kaufenswert machen. Bis in die Nebenrollen hübsch besetzt ist „Inside Llewyn Davis“ zudem, von John Goodman („Argo“, „Flight“, „Hangover 3“) über Justin Timberlake („Runner Runner“, „In Time“) bis zu Garrett Hedlund („On the Road“, „TRON: Legacy“). So leicht wie in diesem Fall kann Schwermut sein, so spaßig menschliche Dramatik – wenn man nur die multitalentierten Coen-Brüder machen lässt.

Fazit

Bestens unterhaltsame, auf amüsante Weise melancholische, wunderbar gespielte Charakterstudie mit toller Musik – und tollen Bärten.

Sterne-4,5

Filmangaben

Titel: Inside Llewyn Davis
Originaltitel: Inside Llewyn Davis
Genre: Drama / Komödie / Musik
Land, Jahr: USA, 2013
Verleih: Studiocanal
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Darsteller: Oscar Isaac, John Goodman, Carey Mulligan, Justin Timberlake, Ethan Phillips, Garrett Hedlund
FSK-Freigabe: ab 6 Jahre
Laufzeit: 105 Minuten
Kinostart: 5. Dezember 2013

Quellen

Offizielle Film-Website
Internet Movie Database
Kino.de
Studiocanal

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Veröffentlicht am 26. November 2013 in Kino und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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