Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß

1 - FilmplakatAuf derart künstlerische Art wurde das Schneewittchen-Thema selten erzählt: Die spanisch-französische Produktion verlegt die Geschichte in die 20er-Jahre ins Torero- und Flamenco-Milieu Spaniens und präsentiert diesen à la „The Artist“ als Stummfilm und in Schwarz-weiß. Zudem war der Film Spaniens offizieller Beitrag zur Oscar-Verleihung 2012, für die es leider keine Nominierung gab. „Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß“ startet am 28. November 2013 in den deutschen Kinos.

„Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß“ – Die Handlung

2Es ist das tragische Ende einer innigen, fruchtbaren Liebe: Antonio Villalta (Daniel Giménez Cacho) befindet sich mitten in einem heiß erwarteten Stierkampf in den Zwanziger Jahren in Sevilla. Der Blick geht voller Emotion auf die Zuschauerränge, wo er seine Herzensdame und Mutter seines ungeborenen Kindes, Carmen de Triana (Inma Cuesta) erspäht. Beide könnten kaum glücklicher sein: Werdende Eltern, dazu ist sie eine umjubelte Flamenco-Tänzerin, er der große Torero-Star. Doch der große Kampf endet im Drama, Antonio wird vom bulligen Stier auf die Hörner genommen und findet sich schwer verletzt im Krankenhaus wieder. Seine geliebte Carmen bricht zusammen, die bald darauf einsetzende Geburt überlebt die werdende Mutter nicht. Große Trauer beim körperlich gelähmten Vater sorgt dafür, dass er nicht einmal das Neugeborene als sein Kind annehmen kann und sich ihr verschließt. Das Baby wächst bei der Großmutter (Ángela Molina) auf, doch nach Omas Tod führt der Weg als kleines Mädchen für die junge Carmencita nur zur bösen Stiefmutter (Maribel Verdú). Die ehemalige Krankenschwester hat sich im großen Anwesen des leidenden Antonio eingenistet und misshandelt den armen Mann, wo sie nur kann, während sie gleichzeitig seine Ersparnisse verprasst. Auch Carmencita wird zum Opfer der gemeinen Frau, bis sie nach einigen Jahren (nun gespielt von Macarena García) auf ungewöhnliche Weise den Weg aus dem Elend findet. Dass sie schon bald auf eine Gruppe Kleinwüchsiger trifft, die als Toreros durch das Land tingeln, erweist sich als Glücksfall: Die herangereifte Carmen besinnt sich der in die Wiege gelegten Fähigkeiten.

Film-Kritik – „Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß“

3Zehn Goyas, das spanische Pendant zum Oscar, gab es für das Drama „Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß“. Zum besten Film wurde das Schwarzweiß-Stummfilm-Drama auserkoren, außerdem gab es Preise für die Film-Stiefmutter Maribel Verdú („Pans Labyrinth“), Carmen-Darstellerin Macarena García („Amar en tiempos revueltos“), das Drehbuch von Regisseur Pablo Berger („Torremolinos 73“) sowie für Kamera, Ausstattung, Kostüme, Make-Up/Haare, Soundtrack und den Film-Song „No Te Puedo Encontrar“. Klar, dass Spanien den Film auch als Oscar-Beitrag ins Rennen schickte, wo es jedoch für eine Nominierung nicht reichte. Die Sichtung lohnt sich aber – wie die zahlreichen Preise und Nominierungen zeigen – auf alle Fälle, denn „Blancanieves“ fasziniert aufgrund seiner sehr ungewöhnlichen Art, seine eigene „Schneewittchen“-Geschichte zu erzählen. Der Film hat Humor und Dramatik und eine recht simple Handlung, die aber durch viele kleine, hübsche Aspekte aufgepeppt wird. So lässt sich perfekt mit der Hauptdarstellerin hoffen, leiden, bangen und freuen und den perfekt bebilderten Weg eines Mädchens beobachten, das vom Unglücks-Baby zur stolzen Frau reift.

Fazit

In allen Facetten faszinierendes, spanisches Schwarzweiß-Stummfilm-Drama, dessen zehn Goya-Awards nicht unverdient sind. Wem „The Artist“ gefallen hat, der sollte diesen Film nicht verpassen!

Sterne-4,5

Filmangaben

Titel: Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß
Originaltitel: Blancanieves
Genre: Drama / Fantasy
Land, Jahr: Spanien / Frankreich, 2012
Verleih: AV Visionen Filmverleih  (24 Bilder)
Regie: Pablo Berger
Drehbuch: Pablo Berger
Darsteller: Macarena García, Maribel Verdú, Daniel Giménez Cacho, Ángela Molina, Pere Ponce, Sofía Oria, José María Pou, Imma Cuesta, Ramón Barea, Emilio Gavira
FSK-Freigabe: ab 6 Jahre
Laufzeit: 104 Minuten
Kinostart: 28. November 2013

Quellen

Offizielle Film-Website
Internet Movie Database
Kino.de
AV Visionen Filmverleih

Advertisements

Veröffentlicht am 25. November 2013 in Kino und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: