Im weißen Rössl – Wehe, du singst!

1 - FilmplakatAus dem Jahr 1898 stammt die Vorlage eines Schwanks, der seine größten Erfolge nicht nur als Operette, sondern auch im Film verzeichnen konnte. Die bekannteste Adaption von „Im weißen Rössl“ ist sicherlich die aus dem Jahr 1960 mit Peter Alexander, doch gab es noch einige weitere Versionen, darunter mit Peter Weck (1967), Johannes Heesters (1952) und Rainhard Fendrich (2008). Im Jahr 2013 schafft es das österreichische Kult-Kulturgut nun erneut auf die Leinwand, mit Darstellern wie Diana Amft und Armin Rohde in so humorvollen wie schmalzigen Sanges- und Tanzeinlagen. „Im weißen Rössl – Wehe, du singst!“ ist ab dem 7. November 2013 im Kino zu sehen.

„Im weißen Rössl“ – Die Handlung der Musical-Komödie mit Diana Amft

Im weissen RösslOttilie (Diana Amft) schleppt sich durch einen weiteren Abschnitt ihres tristen Alltags im verregneten Berlin. Mürrische Menschen gehören dazu, unsinnige Aufgaben bei der Arbeit, eine nervige Chefin und auch noch ein Freund, der ihre Beziehung für beendet ansieht und ihr eine weitere enorme Peinlichkeit einbrockt. Dass jetzt auch noch ihr Vater (Armin Rohde) ankommt mit der fixen Idee, die geklaute Urne mit den Überresten der verstorbenen Mutter Ottilies an einen schönen Ort zu schaffen, passt ihr so gar nicht in den Kram. Doch die Überredungskünste von Wilhelm sind groß genug, um Ottilie zu einem Wochenend-Trip zu überreden. Am Wolfgangsee soll Mama ihre letzte Ruhe finden – dort, wo sie und Wilhelm bereits die schönsten Momente ihres Lebens hatten und auch Ottilie zeugten. Und tatsächlich trifft diese fast der Schlag, als sie eine scheinbar magische Grenze zum Wolfgangsee überschreitet. Der Himmel ist plötzlich nicht mehr grau, sondern strahlend blau. Die Sonne scheint, alles ist bunt und die Menschen sind furchtbar nett. In der Tat furchtbar für Ottilie, denn die überbordende Freundlichkeit von beispielsweise Dr. Otto Siedler (Tobias Licht), den sie fast über den Haufen fährt, kann höchstens mit geistiger Unzurechnungsfähigkeit erklärt werden. Siedler ist aber nicht der einzige, der voller Liebe zu stecken scheint und dies auch gerne mit Tanz und Gesang zum Ausdruck bringt: Alle Menschen rund um den Wolfgangsee und das Hotel „Das weiße Rössl“ sind so gepolt – ein Umstand, der nur schwer zu ertragen ist für die durch Liebeskummer gebeutelte Ottilie.

Film-Kritik – Neuinterpretation „Im weißen Rössl“ mit Diana Amft

Im weissen RösslWir leben in einer Zeit, in der nahezu alles, was mal erfolgreich war in Sachen Film, Serie, Buch oder Comic ein Remake, Reboot oder eine sonstwie geartete Neuinterpretation erhält. So passiert es nun auch mit dem österreichischen Schinken „Das weiße Rössl“, das auch nach all den Jahrzehnten besonders durch die Peter-Alexander-Version noch bestens im Gedächtnis der Zielgruppe geblieben ist. Doch auch dieser Klassiker erhält nun seine Frischzellenkur. Man mag sich grundsätzlich fragen, wer sich das nun eigentlich genau ansehen soll. Die einen werden kaum eine vermeintlich durch den Kakao ziehende Version ihres Stücks sehen wollen, die anderen stoßen sich wohl am vielen Tanz und Gesang, vom Schmalz mal zu schweigen. Wer sich jedoch mit der notwendigen Portion Humor an diese Neuauflage traut, kann tatsächlich seinen Spaß haben. Sicherlich sollte man hart im Nehmen sein, wenn die alten Schmachtfetzen „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ oder „Zuschauen kann i ned“ geschmettert werden und diese teilweise auch noch auf fragwürdige Weise modernisiert werden. Doch das Aufeinandertreffen von großstädtischer Miesepetrigkeit und Rössl-bedingtem Schmalz macht in den besten Momenten genug Laune, um die Songs auch im Nachhinein noch ohne Scham im Kopf zu haben. Hier wird nicht einfach nach einem Rendezvous gefragt, sondern gleich ein Heiratsantrag gemacht. Hier hält man mit seinen Gefühlen nicht hinter dem Berg, sondern singt seiner Angebeteten die Ohrmuscheln voll. Diana Amft („Frisch gepresst“) überzeugt als gestresste und schlecht gelaunte Berlinerin, Armin Rohde („Kein Sex ist auch keine Lösung“) als hoffnungsvoller Romantiker und die weiteren Darsteller in ihren zumeist sehr schmalzigen Rollen. Viel Selbstironie bringt der Film auf und die sollte man definitiv erkennen und sich an ihr erfreuen, um dem Film etwas abgewinnen zu können.

Fazit

Putzige, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftige Neuinterpretation, die durch ihre Selbstironie punktet.

Sterne-3,5

Filmangaben

Titel: Im weißen Rössl – Wehe, du singst!
Originaltitel: Im weißen Rössl – Wehe, du singst!
Genre: Komödie / Musik
Land, Jahr: Deutschland / Österreich, 2013
Verleih: Senator Film Verleih
Regie: Christian Theede
Drehbuch: Jan Berger
Darsteller: Diana Amft, Tobias Licht, Fritz Karl, Edita Malovcic, Gregor Bloéb, Armin Rohde
FSK-Freigabe: ab 6 Jahre
Laufzeit: 95 Minuten
Kinostart: 7. November 2013

Quellen

Offizielle Film-Website
Internet Movie Database
Kino.de
Senator Film Verleih

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Veröffentlicht am 3. November 2013 in Kino und mit , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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