Uwe Boll will Postal 2 durch Crowdfunding finanzieren

uwebollÜber Uwe Boll kann man keine unklare Meinung haben, wenn man ihn und seine Werke kennt. Entweder man mag die Filme des Regisseurs oder man hasst sie abgrundtief. Erfolg hat der Mann hinter Filmen wie „BloodRayne“, „Alone in the Dark“ und „Schwerter des Königs“ allemal, da er seine Streifen sehr kostengünstig realisiert. Für die Fortsetzung seines kultigsten Boll-Werks, „Postal“ aus dem Jahr 2007, möchte er nun jedoch seine Fans zur Finanzierung bitten. Dank Crowdfunding über Kickstarter sollen 500.000 Dollar generiert werden.

„Postal“ aus dem Jahr 2007 ist der kultigste Film von Regisseur Uwe Boll

Uwe Boll ist bekannt als Regisseur von Videospiele-Verfilmungen. Doch das ist längst nicht alles, was der 1965 in Nordrhein-Westfalen geborene Doktor der Literatur auf die Leinwand und in die Videotheken los lässt. Etwa 30 Filme gehen bereits auf das Konto von Boll, der 1992 mit der Komödie „German Fried Movie“ startete. Es folgten einerseits kritische und ernste Filme („Barschel – Mord in Genf“, „Rampage“, „Darfur“), andererseits Filme, deren Handlung nur lose an Videospiele geknüpft war („Alone in the Dark“, „BloodRayne“, „Schwerter des Königs“, „Far Cry“). Im Jahr 2007 entstand eine satirische Komödie mit dem Namen „Postal“, der mit dem gleichnamigen Videospiel auch nicht sonderlich viel zu tun hatte, dafür aber sogar einigen Boll-Hassern gefiel. Politik, Religion, Klischees und die ganzen USA wurden durch den Kakao gezogen bei der Erzählung der Geschichte eines ziemlichen Losers (Zack Ward), der keinen Bock mehr hat auf seine stark übergewichtige Frau, die ihm auch noch gehörig fremd geht und sein eintöniges, ätzendes Leben im Trailer-Park. Er tut sich schon bald mit seinem Onkel zusammen, um einen finanziell deftigen Coup zu landen, bei dem er es aber unter anderem mit den Taliban zu tun bekommt.

„Postal 2“ soll dank Crowdfunding-Aktion über Kickstarter finanziert werden

Große Kritik hat Uwe Boll schon immer übrig gehabt für die Multimillionen Dollar schweren Blockbuster-Kracher aus Hollywood, die für ihn nur leere Fetzen voller Computereffekte sind, die den Zuschauer verblöden. Stattdessen sollen diese doch lieber selbst entscheiden, was sie sehen möchten. Diese Möglichkeit bieten Crowdfunding-Projekte, die vom Volk selbst finanziert werden. Filme sind perfekt für solche Plattformen, da sie nun mal teuer sind und viele Produktionen kein finanzstarkes Studio im Rücken haben, welches das Geld generiert. Boll entschied sich für die Fortsetzung seines Kultfilms „Postal“ für die Plattform Kickstarter und hofft, bis zum 27. Oktober 2013 die stattliche Summe von 500.000 US-Dollar gespendet zu bekommen. Schon mit einem Dollar kann man helfen, diverse Finanzhürden schaffen hingegen feine Boni: Wer 5 Dollar spendet, bekommt immerhin einen Newsletter mit Informationen zur laufenden Produktion. Höhere Beträge verschaffen dem Spender unter anderem exklusive „Postal 2“-T-Shirts, DVDs und Blu-rays vor Veröffentlichung, Tickets zur einer Sondervorführung des Films. Ab 7.500 Dollar Spende darf man sich sogar über eine Sprechrolle im Film freuen.

„Postal 2“ – Darum soll es in der Fortsetzung von Uwe Boll gehen

Wie es sich für einen richtigen Boll-Film gehört, wird auch „Postal 2“ voll in der Hand des Regisseurs liegen: Boll sitzt dabei nicht nur auf dem Regiestuhl, sondern ist auch Produzent, Drehbuch-Autor – und spielt natürlich auch selbst wieder mit. Schon in „Postal“ nahm er sich auch selbst auf die Schippe, was er in der Fortsetzung sicher ähnlich handhaben wird. In „Postal 2“ hat der „Postal Dude“, erneut gespielt von Zack Ward, den Atomkrieg überlebt und lebt nun mit seiner neuen Frau und zehn geistig zurück gebliebenen Kindern wieder im Trailer-Park. Einmal mehr hat er keinen Bock auf sein Leben und sieht den Ausweg nur in Reality-Shows aus dem Fernsehen. Da kann schließlich jeder Vollpfosten mitmischen, daher passt das doch perfekt. Doch nicht nur der Postal Dude hat überlebt, sondern auch Osama bin Laden (Larry Thomas) – und der Bösewicht des ersten Teils (Chris Coppola) hat auch noch einen bösen Zwillingsbruder, der dem Dude das Leben schwer macht. Die Flucht aus dem Elend treibt ihn in totalen Stumpfsinn mitsamt den Kardashians, Justin Bieber, Heidi Klum und allem anderen, was das heutige TV so Furchtbares zu bieten hat. Laut Boll kriegt wieder alles und jeder sein Fett weg, der es verdient hat: Ob Scientology und Tom Cruise, Bush und bin Laden, 9/11, Edward Snowden und Julian Assange, verblödendes Reality-TV – Boll wird kein Thema auslassen, über das er nicht mal ordentlich die Wut raus lassen möchte. Alles höchstwahrscheinlich ähnlich witzig verpackt wie im ersten Teil.

Beteiligte aus „Postal“ auch in der Fortsetzung dabei – plus viele weitere Stars

Zusagen für „Postal 2“ gab es laut Uwe Boll bereits zahlreiche. So sind viele der Darsteller aus dem ersten Teil wieder mit an Bord, vom „Postal Dude“ Zack Ward („Transformers“) höchstpersönlich über Chris Coppola („Die Legende von Beowulf“) und Seriendarstellerin Jackie Tohn („House of Lies“) bis hin zu Jessica de Rooij (Musik für Boll seit 2005) und Mathias Neumann (Kamera für Boll seit 2000). Im Gespräch mit dem Filmfraß ließ Boll zudem verlauten, dass man sich auf zahlreiche Gaststars freuen kann. Es werde in Los Angeles, Kalifornien gedreht, wo man viele bekannte Darsteller für die eine oder andere Szene für sich gewinnen will. Kostengünstige, effizient schnell gefilmte Cameo-Auftritte wird es also einige geben. Wer zu sehen sein wird und wie es mit dem „Postal Dude“ weitergeht, wird man schon bald begutachten können, sollte die Finanzierung des Projektes Erfolg haben. Die Fertigstellung des Skripts ist für den Herbst 2013 geplant, im Winter sollen weitere Schauspieler akquiriert werden und das Shooting beginnt im Frühling 2014, sodass man die Film-Veröffentlichung im August 2014 erwarten kann. Doch dafür müssen erst mal die 500.000 US-Dollar her – und damit zugleich ein richtiger Dämpfer für alle Kritiker, die behaupten, keiner wolle noch Boll-Werke sehen. Es liegt in der Hand des hart für sein Projekt kämpfenden Boll und seinen Fans…

UPDATE

Crowdfunding-Projekt für „Postal 2“ gescheitert…

Quellen / Weiterführende Links

„Postal 2“-Kickstarter-Seite

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Veröffentlicht am 3. September 2013, in DVD & Blu-ray. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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